Die schlimmste Rezession seit einem halben Jahrhundert dürfte noch länger andauern, befürchten die Ökonomen Nouriel Roubini und Robert Shiller. Denn die Verbraucher sehen wenig Anzeichen für ein Ende beim Arbeitsplatzabbau und dem Rückgang der Hauspreise. “Das fundamentale Problem ist, wie schon Franklin Delano Roosevelt 1933 sagte, die Angst”, erklärte Shiller, Professor an der Universität Yale, gegenüber Bloomberg Radio. “Die Weltwirtschaftskrise wurde durch den Verlust des ‘Urvertrauens’ verlängert, was sich als eine sich selbst erfüllende Prognose erwies. Jetzt besteht die Besorgnis, dass das gleiche Problem wieder auftaucht.”
Die USA brauchen ein weiteres Konjunkturpaket, weil das erste 787 Mrd. Dollar schwere Hilfspaket der Regierung Obama nicht schnell genug umgesetzt wurde, sagt Shiller. Roubini, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der New York University, fordert weitere Ausgaben, um eine Stagnation wie in den 1990er Jahren in Japan zu vermeiden. Eine anhaltende Stimmungsverbesserung bei den Verbrauchern sei notwendig, bevor die US-Wirtschaft wieder wachsen könne. 2006 hatte Roubini die Kreditkrise, die den Finanzinstituten Verluste von 1,5 Billionen Dollar bescherte, prognostiziert. Shiller ist einer der Schöpfer des nationalen Eigenheimpreisindexes, der seinen Namen trägt, und Autor des Buches “Irrational Exuberance”.
Die Besorgnis, dass die Konjunkturerholung nach 18 Monaten der Schrumpfung auf sich warten lässt, hat in den vergangenen vier Wochen auf die Aktienkurse gedrückt. Im ersten Quartal 2009 ist das US-Bruttoinlandsprodukt um 5,5 Prozent geschrumpft, nach einem Minus von 6,3 Prozent im vierten Quartal 2008. Im Juni ist das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen überraschend gesunken. Es fiel von 54,8 im Mai auf 49,3 im Juni. Die Sparquote erreichte im Mai 6,9 Prozent, den höchsten Wert seit Dezember 1993. Das schürte Befürchtungen, dass die Konsumausgaben fallen werden. Roubini rechnet damit, dass die Sparquote auf mindestens elf Prozent anziehen wird. Die Rezession werde noch etwa sechs Monate anhalten, da die Unternehmen Probleme haben, ihren Zahlungsverbindlichkeiten nachzukommen, erwartet er. Die Kosten zum Schutz von US- Unternehmensanleihen gegen Zahlungsaufall sind am 8. Juli auf den höchsten Stand seit sechs Wochen geklettert, geht aus Daten von Phoenix Partners Group hervor. “Es wird bei den Unternehmen eine massive Welle an Zahlungsausfällen geben. Wir sind noch nicht aus dem Schneider”, sagt Roubini. (Bloomberg)






