Das US-Finanzministerium hat neun Vermögensverwalter für das Public-Private-Investment-Programm (PPIP) benannt. Mit dem Programm sollen sogenannte toxische Vermögenswerte aus den Bilanzen der Banken entfernt werden. Der Staat wird 30 Mrd. Dollar in Form von Geld und Krediten zum Programm beisteuern, von den neun Teilnehmern kommen weitere 10 Mrd. Dollar. Zu den Teilnehmern am PPIP gehören neben Blackrock Inc., Invesco Ltd. und AllianceBernstein LP auch GE Capital Real Estate, Marathon Asset Management LP, Oaktree Capital Management LP, RLJ Western Asset Management LP, TCW Group Inc. und Wellington Management Co. Zurückgezogen hat sich hingegen Pacific Investment Management Co. (Pimco), obwohl die Vermögensverwaltung das Programm früher befürwortet hat. Pimco begründet den Rückzug mit “Unsicherheiten im Hinblick auf den Entwurf und die Umsetzung des Programms”. Die Tochtergesellschaft der Allianz SE will stattdessen andere finanzielle Rettungsmassnahmen unterstützen.
Der Staat hat das im März angekündigte Programm bereits deutlich zusammengestrichen. Ursprünglich sollte es ein Volumen bis zu einer Billion Dollar an notleidenden Krediten, Hypothekenanleihen und anderen Problem-Anlagen aufnehmen. Aus Regierungskreisen war zu hören, dass der Aufkauf der Papiere wahrscheinlich an Bedeutung verloren habe, nachdem die Banken ihre Bilanzen mit Milliarden Dollar hohen Kapitalerhöhungen stabilisiert haben. Zudem haben die Kreditinstitute laut Analysten bereits 975 Mrd. Dollar an Abschreibungen und Verlusten verbucht. “Die Banken haben ihre Bestände an forderungsunterlegten Wertpapieren so ziemlich auf Null abgeschrieben”, sagt Joseph Mason, Professor für Bankwirtschaft an der Louisiana State University in Baton Rouge. “Es gibt nichts mehr, was sie loswerden könnten. Zu gegenwärtigen Zeitpunkt kann man sich genauso gut hinsetzen und abwarten.”
Investmentziel für die PPIP-Gelder sind zunächst mit Gewerbehypotheken unterlegte Anleihen sowie nicht von den staatlichen Realkreditinstituten Fannie Mae und Freddie Mac begebene Hypothekenpapiere, die vor 2009 aufgelegt wurden und zunächst mit einer erstklassigen Bonitätsnote von “AAA” oder vergleichbar ausgestattet waren, teilte das Finanzministerium mit. Der Markt für diese Wertpapiere hat ein Gesamtvolumen von rund 2 Billionen Dollar. Private Investoren können sich laut Finanzministerium höchstens mit 9,9 Prozent an dem PPIP beteiligen. Das bedeutet, dass jeder PPIP-Fonds mindestens fünf Investoren finden muss. Es gibt keine Beschränkungen für ausländische Investoren. Die Vermögensverwalter müssen jeweils mindestens 20 Mill. Dollar an eigenem Kapital einbringen und innerhalb von zwölf Wochen mindestens 500 Mill. Dollar von privaten Anlegern einsammeln. Der erste nach diesen Regeln aufgelegte PPIP-Fonds dürfte im August stehen, so das Finanzministerium.
Ursprünglich sollten im Rahmen des PPIP zwischen 75 und 100 Mrd. Dollar aus dem 700 Mrd. Dollar schweren Sanierungsprogramm TARP zusammen mit privaten Geldern investiert werden. Das Finanzministerium signalisierte nun, dass bei entsprechendem Bedarf weitere Staatsgelder fliessen dürften. Die Programme “können schnell ausgeweitet werden, falls die Lage am Markt sich verschlechtert”, betonten Finanzminister Timothy Geithner, Notenbankchef Ben S. Bernanke und Sheila Bair, die Chefin der Einlagensicherung FDIC in einer gemeinsamen Erklärung. Mit dem öffentlich-privaten Investmentprogramm verfolgt das TARP-Programm wieder seine ursprüngliche Strategie des Aufkaufs von Problem-Anleihen. Der damalige Finanzminister Henry Paulson, der das Programm im September ins Leben gerufen hatte, änderte die Strategie im November und kaufte Anteile an Banken, da er davon ausging, dass dies schneller und leichter zum Ziel führen würde. (Bloomberg)






