Generali Österreich hat sich aus der Partnerschaft mit der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich (RLB OÖ) weitgehend zurückgezogen. Der seit sieben Jahren bestehende Anteil an der Hypo Holding, in der Aktien der Hypos von OÖ und Salzburg geparkt sind, wurde von 25 auf 6,252 Prozent reduziert, berichtete der "Standard" am Montag. Von den bisher in die Kooperation investierten 83 Mio. Euro hat Generali laut RLB-OÖ-Chef Ludwig Scharinger 76,7 Mio. Euro zurückbekommen, so die Zeitung. Generali-Lebensversicherungen werden laut Österreich-Chef Luciano Cirina über die Hypo- und RLB-Schiene nicht mehr verkauft, lediglich Sachprodukte - Kranken und Reise, wie der APA am Montag bestätigt wurde. Für Generali über Erwartung entwickelte sich dagegen der BAWAG-PSK-Vertrieb.
Scharinger begründete die Neuregelung im "Standard" damit, dass Doppelgleisigkeiten im Vertrieb reduziert worden seien, zumal es für die Raikas schwierig gewesen sei zu entscheiden, welches Produkt sie verkaufen sollten. RLB und OÖ. Versicherung wollten vom internationalen Generali-Geschäft (Rückversicherung, Industriegeschäft) profitieren, Generali erhoffte sich durch den Bankenvertrieb zusätzliches Geschäft mit Lebenspolizzen. Offenbar, so die Zeitung, habe dieses Geben und Nehmen aber nicht funktioniert.
In der Kranken- und der Reiseversicherung will Generali weiterhin mit der RLB OÖ zusammenarbeiten, "da sind wir der preferred Partner", hieß es am Montag in Wien: "Da erhoffen wir uns doch einiges, denn die RLB ist ein großer, starker Partner." Im Lebensbereich verkaufe man in Oberösterreich weiterhin, und zwar über den Vertrieb der Drei-Banken, zu denen die Linzer Oberbank zählt. Den knapp über 6-prozentigen Anteil an der Hypo Holding wolle man weiter behalten, die Reduktion des Anteils sei bereits im Juli vereinbart worden.
An der Hypo Holding hat die RLB OÖ ihre Mehrheit nun auf 79,373 Prozent aufgestockt, und die OÖ. Versicherung hält 14,375 Prozent. Beide haben gemeinsam die Generali-Anteile aufgekauft. Im Frühjahr 2003 hatte sich Generali zu 25 Prozent plus einer Aktie beteiligt, die RLB OÖ hielt damals 70 Prozent minus eine Aktie und die OÖ. Versicherung fünf Prozent. Der Hypo Holding gehören 48,59 Prozent der RLB OÖ und 50,03 Prozent der Salzburger Landes-Hypo.
Besser verlaufen ist für Generali die Vertriebsschiene über die Drei-Banken-Gruppe, so Cirina zu der Zeitung. Über den Erwartungen entwickelte sich die BAWAG-PSK-Versicherung, bei der Generali erst heuer von 50 Prozent plus eine Aktie auf 74,99 Prozent aufgestockt hat: Im 1. Halbjahr wurden hier die Prämieneinnahmen in der Sparte Leben um knapp 40 Prozent auf 177 Mio. Euro gesteigert. Es wurde so jede zehnte Generali-Lebenspolizze von der BAWAG PSK verkauft.
(APA)






