Bevor wir zum Ausblick für das zweite Halbjahr kommen, noch ein kurzer Rückblick, wie die Sparstrategen das 1. Halbjahr kommentierten. Der Trend in diesem Jahr gehe bislang in Richtung einfache, transparente Produkte, das Sicherheitsbedürfnis sei gestiegen, bei den Spareinlagen habe es eine positive Entwicklung gegeben, obwohl das Zinsniveau in den ersten sechs Monaten abgesackt ist.
Das zweite Halbjahr
Was wird nun das zweite Halbjahr bringen? Die ersten Worte gehören Wolfgang Siegl von der bankdirekt.at AG. „Aktuell haben wir eine sehr steile Zinskurve“, meinte er zum Börse Express. Besonders im Vergleich zum 2. Halbjahr 2008, „da hatten wir eine relativ flache Zinskurve“. Aktuell steht der 1 Wochen Euribor bei 0,47%, der 3 Monats Euribor bei 1,08% und der 12 Monats Euribor bei 1,5%. Im Vergleich dazu gab es im Oktober 2008 einen 3 Monats Euribor von 5,1% und einen 12 Monats Euribor von 5,3%. Die aktuelle Zinsprognose der bankdirekt.at AG für den 3 Monats Euribor per Ende 2009 bewegt sich „zwischen 1 und 1,5%“ - ein relativ gleichbleibendes Zinsniveau. „Aufgrund der steilen Zinskurve wird sich auch im 2. Halbjahr die Nachfrage nach gebundenen Sparprodukten überproportional entwickeln“, glaubt Siegl.
Die Steilheit der Zinskurve spiegle sich auch in den Konditionen für Spareinlagen der bankdirekt.at wider. Bei einer Bindung auf 3 Monate bietet die Tochter der RLB OÖ aktuell beispielsweise 0,8%, bei 2 Jahren 2,5%, 3 Jahren 3,3%, 4 Jahren 3,7% und 5 Jahren 4%. Je länger man das Geld anlegt, desto höhere Zinsen gibt es.
Zinsen bleiben wie sie sind
Die Zinsen werden gleichbleiben, mutmasst die RLB NÖ-Wien. Schritte von der Europäischen Zentralbank seien keine zu erwarten. „Die EZB behält ihre geldpolitische Strategie bei, den Leitzinssatz unverändert bei 1,00% zu belassen - und das bis zumindest Ende 1. Halbjahr 2010“. Das Einlagenwachstum werde auf niedrigem Niveau stabil bleiben. Der Nachfrageeinbruch der letzten 12 Monate bringe in Kombination mit den deutlich abgestürzten Rohstoffpreisen vorübergehend negative Inflationsraten, die jedoch bereits im 4. Quartal bereits wieder in das positive Terrain gelangen werden.


