Nach Auffassung des Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) sind die geplanten Übergangsfristen zu kurz, weil die neuen Regeln mehrfach und erheblich verschärft werden: So ändere sich nicht nur die absolute Höhe des geforderten harten Kernkapitals von 2 Prozent vor Abzügen auf 7 Prozent nach Abzügen, sondern auch die Definition des Eigenkapitals selbst werde erheblich verengt. Die Abzugspositionen würden zudem spürbar ausgeweitet. Besonders bedauerlich sei, "dass die in der Europäischen Union vereinbarten Übergangsfristen für Stille Einlagen bis 2040 nicht übernommen wurden“, schreibt der VÖB. Die Unterscheidung zwischen Aktiengesellschaften und Nicht-Aktiengesellschaften widerspricht nach Einschätzung des VÖB dem Diskriminierungsverbot der Europäischen Union. „Insgesamt kann die Einigung nur als 'regulatorischer Blindflug' bezeichnet werden, weil keine Auswirkungsstudien für diese Beschlüsse vorgesehen sind.“
Ganz anders die Einschätzung hierzulande. FMA und OeNB begrüssen die beschlossene Stärkung der globalen Eigenkapitalstandards. „Die Anhebung des harten Kernkapitals (eingezahltes Kapital plus Gewinnrücklagen) von 2 Prozent auf 4,5 Prozent sowie die zusätzliche Einführung eines Kapitalerhaltungspuffers in Höhe von 2,5 Prozent stellen eine begrüssenswerte Stärkung von Qualität und Quantität der Eigenmittel der Banken dar, damit diese künftig in Krisen Schocks aus eigener Kraft auffangen können.“ Das Paket ziehe die richtigen Lehren aus der Finanzkrise und gewähre angemessene Übergangsfristen. Es gelte nun, „das Paket "Basel III" rasch, unverwässert und global umzusetzen“.
Finanzmarktexperten äußerten sich größtenteils positiv über die Regeln: "Die neuen Bankenregeln fallen nicht so schlimm aus, wie einige Marktteilnehmer zuvor befürchtet hatten", urteilte etwa ein Aktienexperte. Zudem sei die Übergangsfrist, in der die Regeln umgesetzt werden müssen, sehr großzügig bemessen, fügte er hinzu. Auch Bundesbank-Präsident Axel Weber betonte: "Die graduelle Übergangsphase wird es allen Banken ermöglichen, die steigenden Mindestkapital- und Liquiditätserfordernisse zu erfüllen."
EZB-Chef Jean-Claude Trichet sagte, die Entscheidung vom Sonntag sei fundamental, um die weltweiten Kapitalstandards zu stärken. "Der Beitrag zur langfristigen Finanzstabilität und zum Wachstum wird substanziell sein." US-Finanzminister Timothy Geithner äußerte sich laut Medienberichten ebenfalls positiv zu "Basel III". Er begrüße den nächsten Schritt bei dem Versuch, das Globale Finanzsystem zu reformieren. Ein britischer Bankenaufseher nannte die Vorschriften größtenteils im Rahmen der Erwartungen. Die Frage sei, wie stark die Implementierung dieser neuen Regeln überwacht werde. Die sei wichtig, um sicher zu stellen, dass auch das erzielt werde, was man vor Augen habe und nicht etwas ganz anderes, so der Experte. Für den spanischem Notenbankgouverneur Miguel Angel Ordonez sind die Fristen "nicht allzu lang, aber es reicht aus". Wichtiger sei jedoch, dass nun die Unsicherheit am Finanzmarkt über die neuen Vorgaben beendet sei.






