Anja Hochberg, Managing Director sowie Head Investment Strategy der Credit Suisse und Adrian Zürcher, Vice President, Investment Strategy, und ihr ausblick auf Anleihen:
Die Zinsentwicklung an den internationalen Anleihemärkten wurde im August von der sich manifestierenden Wachstumsabschwächung und der US-Notenbank dominiert. Dabei stand vor allem der letzte Bericht des Offenmarktausschusses der Fed in den USA im Zentrum des Interesses. In diesem Bericht spricht die Fed von einem Umfeld zunehmender Unsicherheit, wobei Wachstum und nicht Inflation im Fokus steht. Damit hat die amerikanische Notenbank klar kommuniziert, dass das Zinsumfeld bis weit ins Jahr 2011 tief bleiben wird. Dies war die Initialzündung für eine ausserordentliche Rally bei Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Benchmarkanleihe marschierte in Richtung der Marke von 2,5 %. Analog dazu fiel auch die Rendite der anderen internationalen Kernmärkte. Am eindrücklichsten war die Entwicklung in der Schweiz, in der die zehnjährigen Referenzzinsen zwischenzeitlich die Ein-Prozent- Marke unterschritten. Angesichts der aktuell niedrigen Renditeniveaus bei den internationalen Kernanleihen erwarten wir ein Ende dieser Rally in naher Zukunft. Die aktuellen Bewertungsniveaus preisen bereits eine Serie von weiteren Enttäuschungen bei vorlaufenden Konjunkturindikatoren bis hin zu einem Konjunkturabsturz in eine erneute Rezession ein. Dies ist jedoch nicht unser Szenario. Wir sind fest überzeugt, dass die einsetzende Wachstumsabschwächung im erträglichen Rahmen liegt. Daher bekräftigen wir unsere Einschätzung, dass wir nach dieser visiblen Wachstumsabschwächung spätestens für das kommende Jahr eine erneute Beschleunigung und somit keinen «Double Dip» sehen werden. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in risikoreicheren Subsegmenten wie Unternehmens-, Hochzins- sowie Schwellenländeranleihen wider. Die Spreadniveaus dieser Anleihen signalisieren immer noch wirtschaftliche Normalität. Fixed-Income-Strategie Die aktuell erreichten Niveaus bei den internationalen Kernmärkten weisen kaum Potenzial für weiter sinkende Renditen auf. Damit spricht die Bewertung klar gegen klassische Staatsanleihen. Wir wollen perspektivisch unsere Gewichtung sowie die Laufzeiten deshalb weiter zurückfahren und erwarten gerade bei einem sich verbessernden Finanzmarkt und höheren Risikoappetit einen sichtbaren Renditeaufwärtstrend. Zudem bestätigen wir unsere Präferenzen bezüglich britischen Staatsanleihen aufgrund unserer positiven Einschätzung zum Pfund sowie der Sub-Anlageklassen, die u.a. Unternehmensanleihen und Anleihen aus ausgewählten Schwellenländern beinhalten.









