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'Europa bietet disziplinierten Investoren reizvolle Chancen'   Facebook be



08.09.2010
 

Cindy Sweeting, Executive Vice President und Director–Institutional Portfolio Management der Templeton Global Equity Group zu europäischen Aktien:

Die Staatsschuldenkrise, ein schwacher Euro und politische Spannungen … Europa hat dem Investorenpublikum in den letzten Monaten sicherlich viel Stoff zum Nachdenken geboten. Entsprechend hoch war die Marktvolatilität. Als langfristiger Bottom-up-Investor verfolgt die Templeton Global Equity Group auf solchen Märkten den gleichen Ansatz wie immer: indem wir uns auf das Erkennen der fundamentalen Triebkräfte der langfristigen Ertragskraft eines Unternehmens und das Verhältnis dieses Potenzials zum aktuellen Aktienkurs konzentrieren. Der in unsere Finanzmodelle eingebaute Normalisierungsprozess macht die Prognose makroökonomischer Ereignisse verzichtbar. Stattdessen liefert er Einblicke in das Verhältnis zwischen Kurs und Wert, die es uns ermöglichen, aus Marktbewegungen zum potenziellen Vorteil unserer Kunden Kapital zu schlagen. Diese Fähigkeit, kurzfristige „Störfaktoren“ zu überhören und uns ganz auf die Bottom-up-Einzeltitelauswahl zu konzentrieren, ist Templetons primäre Wertsteigerungsquelle. Der Leser sollte aber auch wissen, dass makroökonomische Faktoren in unsere Bottom-up-Analysen jeder Aktie einfliessen. Das erreichen unsere Analysten, indem sie bei der Erstellung ihrer Finanzprognosen sämtliche politischen, wirtschaftlichen und währungsbezogenen Faktoren berücksichtigen. Obwohl der Schwerpunkt auf den Fundamentaldaten der Unternehmen liegt, möchten wir auch den spezifischen Markt einer Aktie verstehen - und die Auswirkungen, die Marktbewegungen auf ihre Bewertung haben. Zu diesem Zweck orientieren sich die Templeton-Analysten auf globale Branchen. Manche sind daneben auch noch für bestimmte Länder zuständig. Länder- und sektorspezifische Risiken werden sorgfältig überwacht und in unsere langfristigen Finanzprognosen und -empfehlungen integriert. In Anbetracht dieser Faktoren ist Templeton in Bezug auf europäische Aktien weiterhin zuversichtlich. Europäische Aktien zählen unserer Meinung nach zurzeit zu den günstigsten der Welt. Bestimmte Unternehmen weisen ein starkes, stabiles operatives Geschäft mit breit diversifizierten globalen Umsatzströmen auf. Trotz der Schuldenexzesse mancher Regierungen tendieren Konjunkturindikatoren und Unternehmenserträge in Europa weiter aufwärts und weisen auf die fundamentale Untermauerung eines fortgesetzten Aufschwungs hin. Das Haushaltsdefizit europäischer Staaten ist im Schnitt halb so gross wie derzeit in den USA und die europäischen Verbraucher sind geringer verschuldet als die Konsumenten in anderen Industrieländern. In Europa engagiert man sich unseres Erachtens am besten durch die Anlage in multinationale Unternehmen mit starken Marken und wettbewerbsfähiger Positionierung, die den Einflüssen des Wachstums in Schwellenländern ausgesetzt sind. Auch kräftige freie Cashflows sind uns besonders wichtig, da Unternehmen, die sich selbst finanzieren können, nicht auf Banken angewiesen sind, um sich Mittel für Wachstum zu beschaffen. Vor allem interessieren wir uns aber vielleicht für Unternehmen mit diversifizierten globalen Umsatzströmen - im Gegensatz zu solchen, die übermässig vom Nachfragewachstum im eigenen Land abhängig sind. So entfielen bei einem etablierten europäischen Telekomanbieter, den wir Ende Juni hielten, nur rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes auf lokale Aktivitäten. Ausserdem gilt, dass ein fallender Euro die Erträge von US-Anlegern zwar beeinträchtigt, doch die Preismacht vieler europäischer Unternehmen, die Güter in andere Regionen exportieren, am Ende erhöht. 1948 riet unser Gründer, der verstorbene Sir John Templeton: „Eine kluge Anlagepolitik folgt einem langfristigen Programm, das darauf ausgelegt ist, von Aktienmarktzyklen zu profitieren, ohne deren zeitlichen Ablauf oder ihr Ausmass zu prognostizieren.“ 60 Jahre später halten wir uns immer noch an diesen Ansatz, der zugunsten disziplinierter und intensiver Analysen einzelner Unternehmen auf makroökonomische Vorhersagen verzichtet. Unseres Erachtens ist das der beste Weg, mit Phasen erhöhter Marktvolatilität umzugehen - und potenziell davon zu profitieren.


 
 

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