UniCredit-Chef Alessandro Profumo hat zu den libyschen Investoren, die zum stärksten Aktionär der Bank-Austria-Mutter aufgerückt sind und damit das Misstrauen einiger Politiker der Regierungskoalition in Rom geweckt haben, Stellung genommen: "Ich habe die libysche Investmentbehörde LIA nicht dazu aufgefordert, bei UniCredit einzusteigen. Sie haben auf komplett autonome Weise beschlossen, ihren Anteil aufzustocken, niemand hat sie dazu aufgerufen", versicherte Profumo nach Medienangaben vom Dienstag.
Die Investmentbehörde LIA hatte Ende Juli einen gut zweiprozentigen Anteil an dem italienischen Institut übernommen. Zusammen kontrollieren der Fonds und die libysche Notenbank sieben Prozent der Anteile an der Bank-Austria-Mutter. Profumo erklärte, die Libyer sollten Belege für ihre Unabhängigkeit liefern. Nach italienischem Bankrecht dürfen Anteilseigner nicht mehr als fünf Prozent Stimmrecht haben.
Auch die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob hat Libyens Anteile an UniCredit unter die Lupe genommen. Die Börsenaufsichtsbehörde will überprüfen, ob die Libyer nicht die Regeln über die Begrenzung der Stimmrechte umgangen haben.
Ausländische Investoren spielen in der Bank mittlerweile eine wichtige Rolle. Der staatlich kontrollierte Fonds Aabar aus dem Emirat Abu Dhabi ist im Juni zum zweitgrößten Aktionär der italienischen Großbank mit 4,99 Prozent geworden. Der Fonds, der über Vermögenswerte von rund 8 Mrd. Euro verfügt und auch größter Aktionär von Daimler ist, hatte erstmals bei der Kapitalerhöhung der UniCredit 2008 über Wandelanleihen in die Bank investiert. Der Abu-Dhabi-Fonds hat die Sparkassenstiftung Cariverona als zweitstärkster Einzelaktionär ersetzt.
(APA)









