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Lehman-Pleite

Zwei Jahre Lehman-Pleite - Börsen erholen sich unterschiedlich   Facebook be



07.09.2010
 
Am lautesten platzte Blase in Wien und Shanghai - ATX deutlich stärker erholt als andere Indices - Nur Shanghai über Stand vor fünf Jahren

Während die spätestens im Frühjahr 2007 zu schwelen beginnende Finanz- und Wirtschaftskrise in wenigen Monaten bereits in ihr viertes Jahr geht, haben sich die internationalen Börsenindices noch immer nicht von ihrem historischen und dramatischen Absturz erholt. Zwei Jahre nachdem die US-Regierung gemeinsam mit Notenbank und Börsenaufsicht das bis damals international renommierte Investmenthaus Lehman in die Pleite schickte, haben sich zwar alle Börsen merklich von ihren zumeist im Frühjahr 2009 erreichten Tiefstständen erholen können, bis zu den alten Rekordständen klaffen jedoch noch ziemlich große Lücken.

Der Wiener Leitindex ATX beispielsweise liegt zwei Jahre nach der Mega-Pleite mit 2.491 Punkten (Schlusstand von Freitag) punktgenau auf der Hälfte seines knapp vor der Krise erreichten historischen Höchststandes von 4.982 Punkten, das heißt erst mit einer weiteren Steigerung von 100 Prozent wäre der alte Rekordwert wieder eingestellt.

Vergleicht man die jeweils knapp vor dem Ausbruch der Krise erzielten Höchststände mit den im Anschluss im März 2009 erreichten Tiefstständen - eine Ausnahme ist hier die Börse Shanghai, die bereits im Herbst 2008 knapp nach Lehman ihren Tiefpunkt erreichte -, so haben die Börsen Shanghai und Wien mit einem Absturz um 72 Prozent die kräftigsten Kursverluste erlitten. 61 Prozent verlor die Börse Tokio, 60 Prozent sackten die wichtigsten europäischen Aktien (Eurostoxx50) ab, und am glimpflichsten kam noch die New Yorker Börse mit einem Minus von 54 Prozent davon.

Sieht man sich an, wie stark sich die Börsen seither erholt haben, so fällt die Erholung der Wiener Börse mit einem Plus von 76 Prozent am stärksten aus. Mit Abstand folgen die Börsen in New Yorker mit 60 Prozent und Shanghai mit 58 Prozent. Der Eurostoxx50 zog seither 52 Prozent an, der Nikkei225 in Tokio dagegen nur um 32 Prozent.

Um wieder an die knapp vor dem Ausbruch der Krise erzielten Höchststände anschließen zu können, bräuchte die New Yorker Börse nur mehr um 36 Prozent steigen. Die europäischen Aktienwerte haben dagegen noch ein "Potenzial" von 66 Prozent, japanische Werte sogar von 96 Prozent, Wien von 100 Prozent. Den größten prozentuellen Abstand zum alten Höchstwert haben chinesische Aktien. Diese müssen noch um 126 Prozent zulegen, bis sie die alten Rekordwerte erreichen.

Die meisten Aktienmärkte sind aber nicht nur von ihren bisherigen Höchstständen relativ weit entfernt, mit Ausnahme von Shanghai und New York, haben sie bisher nicht einmal ihr Niveau von vor fünf Jahren einstellen können. Schlusslichter sind hier die Börsenplätze Tokio und Wien, sie liegen 28 bzw. 27 Prozent unter dem Niveau von vor fünf Jahren. Europäische Aktien liegen 18 Prozent darunter. Die US-Aktien liegen praktisch auf dem selben Nievau, während chinesische Papiere bereits 121 Prozent darüber liegen.

Dass sich die chinesischen börsennotierten Unternehmen in Summe über fünf Jahre betrachtet als einzige mit einem eindeutigen Aufwärtstrend präsentieren, liegt wohl nicht zuletzt an den für die chinesische Volkswirtschaft prognostizierten hohen Wachstumsraten, die für 2010 wieder knapp zweistellig sein sollen.

Zwar liegen auch die Prognosen für die USA, Eurozone, Japan und Österreich wieder im schwarzen Bereich, jedoch mit deutlichem Abstand zu China. Erst jüngst hat die Nationalbank ihre Österreich-Prognose auf bis zu 2 Prozent angehoben, die EZB für die Eurozone auf 1,6 Prozent. Die USA sollte laut IWF 3,3 Prozent und Japan laut Regierung um 2,6 Prozent wachsen.

(APA)


 
 

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