Griechenland weist immer noch ein “erhebliches” Zahlungsausfallsrisiko auf. Die Insolvenz werde das Land daran hindern, seine Schulden zu bedienen, wenn das Rettungsprogramm in drei Jahren ausläuft. Diese Ansicht vertritt Andrew Bosomworth, Leiter Portfoliomanagement bei Pacific Investment Management Co., dem weltweit grössten Anleihefonds, in München. “Griechenland ist insolvent”, sagte Bosomworth in einem Interview mit Bloomberg News. “Ich sehe ein erhebliches Risiko, dass Griechenland am Ende zahlungsunfähig wird oder umschuldet.” Im günstigsten Fall werden die griechischen Schulden auf das Niveau von 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anschwellen, schätzt Bosomworth. Das von der Europäischen Union auf den Weg gebrachte Rettungspaket sieht vor, dass die Regierung in Athen während seiner Laufzeit bei Investoren 82 Mrd. Euro aufnehmen wird. “Das wird sich als sehr schwierig erweisen”, sagte Bosomworth. Der Schuldendienst, gemessen am Anteil der Staatseinnahmen der Regierung, werde sich erheblich erhöhen. Vor allem in dem Fall, dass die gegenwärtigen Renditen nicht nachgeben, so Bosomworth. Die Risikoprämie für zehnjährige griechische Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit liegt gegenwärtig bei 902 Basispunkten. Ende Juni waren es noch 785 Basispunkte. Zum Vergleich: der Spread spanischer Anleihen gegenüber deutschen liegt bei 173 Basispunkten, bei portugiesischen erreicht er 331 Basispunkte und bei zehnjährigen Staatsanleihen aus Irland liegt die Risikoprämie bei 340 Basispunkten. Damit ist die Risikoprämie für spanische und irische Staatsanleihen höher als vor Ankündigung des EU-Rettungspakets am 10. Mai. Wenn die Zinsen für einige südeuropäische Länder auf dem “Niveau verharren, wo sie derzeit sind, werden diese Länder ebenfalls einige Probleme bekommen”, sagte Bosomworth. Der Bondmanager verwies auf die Gefahr einer Ansteckung. Solange nicht ganz klar sei, wie diese Gefahr gebannt werde, sei es ziemlich riskant, in Staatsanleihen auch dieser anderen Länder zu investieren, sagte Bosomworth. Griechenlands Budgetdefizit erreichte im Mai einen Anteil von 13,9 Prozent am Bruttoinlandsprodukt, so eine Schätzung der EU-Kommission im Mai. Die Schulden des Landes summierten sich auf 115,1 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Bis Ende des Jahres werde dieser Prozentsatz auf 124,9 Prozent klettern, so die Kommission weiter.
(Bloomberg)









