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Der IWF warnt vor Panik an den Märkten, wegen der hohen Schulden reicher Länder. Österreich liege allerdings noch ziemlich gut. Tatsächlich?
Den Internationalen Währungsfonds (IWF) plagen ernste Sorgen. Nicht allein, weil die größten Volkswirtschaften der Welt trotz enormer staatlicher Anstrengungen nicht so recht in Schwung kommen wollen. Bedrohlich sei vielmehr, dass die Verschuldung in so gut wie allen reichen Ländern Pegelstände erreicht hat, die in Friedenszeiten noch nie zu sehen waren. Mit der unerfreulichen Folge, dass die Schuldenberge nachhaltigen Schaden anrichten, weil sie das Wirtschaftswachstum nach unten drücken. Geld ist zwar billig wie nie zuvor, dennoch belasten die Kosten für die Schulden die öffentlichen Haushalte, und sie binden Mittel, die andernorts deutlich produktiver einzusetzen wären.
Die gute Nachricht ist, dass Österreich aus Sicht des IWF noch mitten in der sicheren Zone liegt. Das Wachstum leide nämlich erst dann, wenn die Staatsschulden die Schwelle von 90Prozent der Wirtschaftsleistung überschreiten. Österreichs Verschuldung werde selbst in fünf Jahren erst bei 77 Prozent des BIPs liegen.
Schön wär's. Den Experten des Währungsfonds scheint nämlich ein kleines Detail entgangen zu sein: Während andere EU-Staaten ihre Wirtschaftsleistung gekonnt aufblasen, ist Österreich ein Großmeister im Schuldenverstecken. Rechnet man jene Verbindlichkeiten ein, die in ÖBB, Asfinag und zahlreiche Landesgesellschaften ausgelagert wurden, hat Österreich die magische 90-Prozent-Marke längst erreicht.
Ohne, dass das freilich irgendjemanden beunruhigen würde.
franz.schellhorn@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2010)
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