Die Europäische Zentralbank (EZB) hat trotz der jüngsten Wachstumsbelebung einen anhaltend niedrigen Leitzins signalisiert. Das Zinsniveau im Euroraum bleibe angemessen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. Die Wirtschaft dürfte sich bei bestehenden Unsicherheiten weiter mit moderatem Tempo erholen.
Die EZB hat ihre Prognose für Wachstum und Inflation erhöht. Die Wirtschaft in der Eurozone dürfte 2010 im Durchschnitt um 1,6 Prozent wachsen, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Im Juni war die Notenbank noch von einem deutlich geringeren Plus von 1,0 Prozent ausgegangen. Für 2011 rechnet die EZB nun mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Bisher waren 1,2 Prozent veranschlagt worden.
Die Inflationsrate wird nach Einschätzung der EZB im laufenden Jahr bei 1,6 Prozent liegen. Im Juni war sie noch von 1,5 Prozent ausgegangen. 2011 dürfte die Teuerung dann leicht auf 1,7 Prozent steigen. Hier waren bisher 1,6 Prozent genannt worden.
Die EZB werde die Vollzuteilung bei ihren Refinanzierungsgeschäften so lange wie nötig fortführen, mindestens jedoch bis Jänner 2011, sagte Trichet. Dies gelte für die wöchentlichen, monatlichen und dreimonatigen Geschäfte. Er unterstrich zugleich, diese krisenbedingten Maßnahmen seien nur temporärer Natur. Zu gegebener Zeit werde die Liquiditätspolitik angepasst. Das künftige Dreimonatsgeschäft werde nicht zu einem fixen Zins, sondern zum Durchschnitt der entsprechenden wöchentlichen Haupt-Refinanzierungsgeschäfte durchgeführt. Dies sei eher eine "technische Maßnahme". Die getroffenen Sondermaßnahmen der EZB seien vorübergehend und mit dem Mandat der Zentralbank vereinbar, bekräftigte Trichet frühere Aussagen. Dies sei kein Signal für die Geldpolitik.
Zuvor hatte die EZB wie erwartet den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen. Die Entscheidung sei einstimmig gefällt worden, sagte Trichet.
(APA)









