Der Leitzins der Europäischen Zentralbank beträgt seit Monaten und wird noch viele weitere Monate 1,00 Prozent betragen. Auch heute wurde von den Notenbankern am Rekordtief nicht gerüttelt. Nach Meinung der Experten wird das bis ins Jahr 2011 hinein so weitergehen.
Die Pressekonferenz von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Nachmittag verspricht mehr Spannung. Denn die EZB dürfte zum einen ihre Wachstums- und Inflationsprognosen anpassen. Ihre Wachstumsprognose dürfte die EZB deutlich anheben. Volkswirte erwarten, dass die Notenbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2011 von 1,0 auf bis zu 1,5 Prozent erhöhen wird. Die Aussicht für 2011 dürften hingegen nur leicht über den zuletzt erwarteten 1,2 Prozent liegen.
Zum anderen steht auf der um 14.30 Uhr beginnenden nachmittäglichen Agenda die Frage ganz oben, wie lange die Europäische Zentralbank (EZB) die Banken der Euro-Zone noch an ihrem Tropf lässt und ihnen soviel Geld wie sie auch bei ihr abrufen zum Festzins zur Verfügung stellt. Im Frühjahr hatte die EZB diese sogenannte Vollzuteilung wegen der Probleme in Griechenland und anderen südeuropäischen Ländern bis Oktober verlängert. Nun muss der EZB-Rat entscheiden, wann er die Rundumversorgung des Finanzsystems aufrechterhalten will. Wahrscheinlich ist, dass der verschobene Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik frühestens im nächsten Jahr erfolgen wird.
Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, kann sich vorstellen, dass Trichet eine Vollzuteilung vorsichtig nur für ein Geldleihegeschäft über drei Monate ankündigt und das Verfahren für die weiteren Drei-Monats-Tender im vierten Quartal zunächst offenlässt.
(red/Bloomberg/Reuters)









