Anleihen

Anleihenmarkt kommende Woche weiter stark gesehen   Facebook be



27.08.2010
 
Hauptaugenmerk dürfte auf der EZB-Zinssitzung liegen

Die Experten der Raiffeisen Centrobank (RCB) rechnen in der kommende Handelswoche mit weiter steigenden Kursen im Bund-Future. Angesichts der immer noch hohen konjunkturellen Unsicherheiten dürften die Kurse weiter beflügelt werden, so die Experten.

Hauptaugenmerk wird in der nächsten Woche nach Meinung der RCB-Experten auf der Zinssitzung der EZB liegen. Zum ersten weil es interessant sein dürfte, wie Notenbankpräsident Trichet die Äusserungen von Bundesbankpräsident Weber kommentiert, der letzten Freitag mit Aussagen vorgeprescht war, die EZB solle die sehr grosszügige Liquiditätsversorgung der Banken frühestens Anfang 2011 überdenken.

Zum zweiten werden die Septemberprojektionen für BIP-Wachstum und Verbraucherpreisanstieg 2010 und 2011 veröffentlicht. Dabei dürften nach Ansicht der RCB-Analysten die Prognosen des EZB-Stabes zur konjunkturellen Entwicklung für beide Jahre angehoben werden. Für die Verbraucherpreise rechnen die Experten dagegen nicht mit einer Anpassung. Die Stimmung an den Märkten dürfte aber auch nächste Woche nicht drehen, da der Markt sich auf die Datenschwergewichte in den USA (ISM, Arbeitsmarktbericht) konzentrieren wird. Das Risiko einer weiteren Stimmungseintrübung bleibt hoch, weswegen die Analysten ihre Empfehlung für deutsche Staatsanleihen weiterhin auf Kauf belassen.

Der Rentenmarkt preist bereits eine grosse Portion an Konjunkturpessimismus ein, den die RCB-Analysten in dieser Intensität nicht teilen. Anlegern, die ihre Papiere bis Endfälligkeit halten wollen, raten sie darum vom Kauf deutscher Staatsanleihen ab.

In der abgelaufenen Woche senkte die Ratingagentur S&P die Bonitätsbewertung Irlands um eine Stufe auf AA- (Fitch: AA-; Moody's: Aa2). Damit reagierte die Agentur auf die anstehende drastische Erhöhung des Budgetdefizits für 2010. Anstatt des ohnehin bereits besorgniserregenden Budgetdefizits von 10 Prozent des BIP dürfte der Budgetsaldo dieses Jahr minus 20 Prozent des BIP betragen.

Hauptverantwortlich für diese enorme Finanzierungslücke sind die zusätzlichen Mittel zur Stabilisierung des irischen Bankensektors. Ungeachtet dessen gab es bei der Auktion kurzlaufender (unter einem Jahr) Schuldpapiere Irlands (600 Mio. Euro) rege Nachfrage, führen die RCB-Spezialisten aus: Bei mehrfacher Überzeichnung lag die Emissionsrendite bei rund 2 Prozent und damit unter dem Niveau der letzten vergleichbaren Auktion am 12 August. In der kommenden Woche bleibt die Aktivität am europäischen Primärmarkt von Interesse. Italien (10 Jahre, 3 Jahre und 5 Jahre Floater), Spanien (5 Jahre) und Portugal (7 Monate) haben Emissionen angekündigt.

Am Freitag lag die Sekundärmarktrendite für heimische Bundesanleihen bei 1,96 (Vorwoche: 2,05 Prozent) und jene für sämtliche Emittenten bei 1,98 (2,07) Prozent. Die deutsche Bundesbank-Umlaufrendite lag am Freitag bei 2,11 (Freitag der Vorwoche: 1,97) Prozent. (APA)


 
 

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