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Zertifikate

UBS gerät in USA wegen Lehman-Zertifikaten unter Beschuss   Facebook be



26.08.2010
 
Schweizer Bank betonte, sie habe alle aufsichtsrechtlichen Vorschriften erfüllt

Der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers vor zwei Jahren wirft auch Schatten auf die Schweizer Großbank UBS. Diese gerät nun in den USA wegen des Verkaufs von Lehman-Zertifikaten unter Beschuss. Anleger-Anwälte werfen der UBS vor, die Papiere mit dem Hinweis auf einen 100-prozentigen Kapitalschutz noch an Kleinanleger verkauft zu haben, als die Lage von Lehman in der der US-Finanzbranche bereits als besorgniserregend eingeschätzt worden sei.

Die UBS erklärte am Mittwoch dazu, die Bank habe in der Sache alle aufsichtsrechtlichen Vorschriften erfüllt und sei ihrer Aufklärungspflicht gegenüber den Kunden stets nachgekommen. Die Verluste der Anleger seien die direkte Folge des nicht vorhersehbaren Zusammenbruchs von Lehman im September 2008.

Nach Angaben der Anwälte sollen UBS-Broker bis Juni 2008 solche strukturierten Produkte im Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar an Anleger verkauft haben. Anleger-Anwalt Phil Adikoff sagte, er verfüge über Hinweise, dass das Vorgehen spätestens im Frühjahr 2008 auch innerhalb der Bank umstritten gewesen sei.

Der US-Bundesstaat Missouri will die Lehman-Geschäfte der UBS nach Angaben der zuständigen Aufsichtsbehörde ebenfalls näher prüfen. Es gehe um komplexe Produkte, die bei Anlegern zur Konfusion geführt hätten, erklärte der Leiter staatlichen Wertpapierbehörde, Matt Kitzi.

Laut einer Übersicht der US-Aufsichtsbehörde Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) gab es schon eine Reihe von Verfahren vor Schlichtungsausschüssen, bei denen die Anleger in fünf von sechs Fällen Erfolg hatten und ihre angelegtes Geld und zum Teil auch die Anwaltskosten zurückbekamen. Im vergangenen Dezember forderte die FINRA die Branche auf, den Begriff des Kapitalschutzes zurückhaltend zu verwenden.

In der Schweiz ersetzte die Großbank Credit Suisse ihren kleineren Kunden einen Teil der Verluste, die diese mit kapitalgeschützten Produkten von Lehman eingefahren hatten. Ein Kleinanleger, der das Angebot der Bank abgelehnt und Klage eingereicht hatte, blitzte vor wenigen Tagen vor dem Berner Handelsgericht ab.

In Deutschland hatten einige Sparkassen, die Dresdner Bank sowie die frühere Citibank Deutschland in großem Stil Lehman-Zertifikate an Kleinsparer verkauft. Durch die Pleite der US-Bank wurden die Papiere wertlos. Tausende Anleger streiten sich mit ihren Banken vor Gericht.

(APA)


 
 

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