Gerhard Spannbauers Buch „Finanzcrash – eine umfassende Krisenvorsorge“ hat nicht die Intention, auf 100en Seiten die Vorzüge der Gold- und Silberveranlagung zu darzustellen. Gold- und Silber stellen im Ernstfall eine extrem wichtige Sicherheit dar, daran wird kein Zweifel gelassen. In diesem Buch geht es aber darüber hinaus um konkrete Maßnahmen, die nötig sind, möglichst unbeschadet durch eine Krise zu kommen. Nach einer kurzen Darstellung der Ursachen für die befürchtete Krise – überbordende Verschuldung der Staaten, falsche Wirtschaftspolitik, Anwerfen der Notenpresse etc. – wird die befürchtete Krise skizziert. Spannbauer rechnet nicht unmittelbar mit einer Inflation, sondern vorerst mit einer bis zu einigen Jahren dauernden Deflationsphase, die von starker Arbeitslosigkeit, Konsumeinbruch und potentiellen Unruhen geprägt ist.
Anhand einiger Krisen des 20. Jahrhunderts, von der Weimarer Republik über die Krisen in Brasilien, Argentinien, Mexiko und Asien, überlegt er sich ein Bündel von Maßnahmen, die das (finanzielle) Überleben sichern sollen.
Die Neuausrichtung der Kapitalanlagen ist ein zentraler Schritt.
Wegen der noch nicht unmittelbar bevorstehenden Inflation empfiehlt Spannbauer, vorerst Anlagen aus dem Anleihebereich zu liquidieren und diese Mittel teils bar zu halten, teils in Edelmetalle umzuschichten. Als zentrales Problem sieht er auch die Lebensversicherungen an, deren sofortige Auflösung er empfiehlt. Nicht nur weil man damit indirekt vor allem ein hohes Exposure in Staatsanleihen hat, sondern weil die Rendite ohnehin weit unter der echten Inflation liegt, und im Ernstfall auch die gesamte Lebensversicherungsbranche in Schwierigkeiten geraten würde. Zudem hält er die (deutsche) Lebensversicherungsbranche aufgrund der gesetzlichen Auflagen, einen Gutteil der Anlagen in Staatspapieren zu tätigen, für einen „politischen Trick – besonders in der BRD – mit der die Staatsfinanzierung sichergestellt wird“. Wegen der langwierigen Kündigungsmodalitäten empfiehlt er die Belehnung der Lebensversicherungen und Veranlagung der Mittel in Gold/Silber, sowie die Kündigung der Versicherung und Rückzahlung des Kredits nach Abwicklung der Auflösung.
Auch Aktien sollten eher nicht gehalten werden, da es hier zu starken Einbrüchen kommen könnte. Zwar bieten Aktien einen gewissen Inflationsschutz, aber nur bei richtiger Auswahl der Unternehmen bzw. Branchen. Bundesschatzscheine, Sparbriefe und Anleihen sollten besser liquidiert werden. Immobilen sind, wie der Name sagt immobil, und daher ebenfalls eher problematisch, und werden nur für den Eigenbedarf als sinnvoll erachtet.
Private Schulden abbauen
Ein eigener Abschnitt widmet sich den Schulden, auf deren Problematik gerne vergessen wird. Diese sollten vom einzelnen möglichst reduziert werden, denn der Trick der Entschuldung durch Hyperinflation funktioniert nur unter bestimmten Umständen. Können die Zinssätze dagegen seitens des Gläubigers der Inflation angepasst werden, kann die Zinslast relativ rasch zu einer hohen Belastung werden.
Ausführlich widmet sich das Buch einer krisentauglichen Gold/Silberallokation (um im Ernstfall auch ohne Komplikationen damit lebensnotwendige Güter kaufen zu können), dem anonymen Kauf der Metalle, und deren sicherer Verwahrung im In- und Ausland.
Weitere Kapitel befassen sich mit der Lebensmittelbevorratung und der Sicherung und Verteidigung des Besitzes.
Dass Bücher zu derartigen Krisenthemen derzeit auf ein Marktbedürfnis treffen, zeigt die Auflage, denn das Buch erlebte im Jänner 2010 bereits die 5. und erfreut sich als Leitfaden und Checkliste für den Krisenfall offensichtlich großer Beliebtheit. Sollte es wirklich zu einer derartigen Krise kommen, ist sicher jeder im Vorteil, der ihr vorbereitet begegnet. Und dass solche Krisen nicht nur realitätsferne Albträume sind, hat sich gerade im 20. Jahrhundert mehrmals gezeigt.
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(cr)









