Analyse

Kaufempfehlung für Wienerberger-Bond   Facebook be



20.08.2010
 

Die beiden Corporate Bonds-Spezialisten von Raiffeisen Research, Ingo Jungwirth und Manuel Schreiber, haben sich Wienerberger (im Bild CEO Heimo Scheuch) nach den Zahlen angesehen - ihr Resümee:

Während das erste Quartal noch von schlechten Wetterbedingungen geprägt war, konnte Wienerberger im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 2% auf EUR 546,1 Mio. und einen EBITDAAnstieg im Vorjahresvergleich von 20% auf EUR 100,9 Mio. ausweisen. In Summe schrumpfte sowohl der Umsatz (-8%) als auch das EBITDA (-22%) im ersten Halbjahr, wobei die Tendenz eindeutig positiv ist. Nachdem die Restrukturierungsmassnahmen bei Wienerberger inzwischen schon vollständig abgeschlossen sind, widmet sich das Management inzwischen wieder verstärkt den Produkten und Märkten. Fraglich bleibt jedoch weiterhin die Konjunkturentwicklung, wo gerade in den letzten beiden Wochen eher negative Signale (Arbeitsmarkt & Konsumentenvertrauen) aus den USA kamen. In Zentral-Osteuropa musste in den ersten sechs Monaten des Jahres noch ein Umsatzrückgang von 5% hingenommen werden. Durch geringere Produktionskosten, höhere Kapazitätsauslastung sowie niedrigeren Energieaufwand konnte allerdings das EBITDA in CEE von 11% (HJ1 10) gesteigert werden. Die effizienteren Produktionsfaktoren des Unternehmens sollten sich im zweiten Halbjahr nochmals verstärkt positiv durchschlagen.

Credit-Sicht:

Die Nettoverschuldung konnte seit 31. März 2010 von EUR 584,8 Mio. auf EUR 484,8 Mio. (30. Juni 2010) reduziert werden. Dadurch dass heuer keine Restrukturierungskosten mehr verbucht werden mussten, konnte der Cashflow aus dem Ergebnis in Q1 10 um 13,9 Mio. yoy auf EUR 63,7 Mio. gesteigert werden. Die Wachstumsinvestitionen für das erste Halbjahr reduzierten sich um mehr als zwei Drittel auf nur noch EUR 18,9 Mio. In Summe ergibt sich für uns aus Credit-Sicht ein erfreuliches Bild. Das Management hat seine Hausaufgabe zu einem grossen Teil erfüllt, die offene Frage bleibt die Konjunkturentwicklung. Während man für Europa (ausgenommen den Niederlanden) positiv gestimmt ist, für Nordamerika eine stabile Absatzentwicklung erwartet, bleibt Zentral-Osteuropa das Sorgenkind. Für uns bleibt die Wienerberger Hybridanleihe weiterhin ein Kauf, da - kein Double-Dip Szenario in den USA vorausgesetzt - die Wahrscheinlichkeit für das Aussetzen des Kupons gering ist.


 
 

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