Die beiden Corporate Bonds-Spezialisten von Raiffeisen Research, Ingo Jungwirth und Manuel Schreiber, haben sich Andritz (im Bild CEO Wolfgang Leitner) nach den Zahlen angesehen - ihr Resümee:
Die von Andritz vorgelegten Zahlen für Q2 konnten überzeugen. Während im Q1 noch ein Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorperiode berichtet wurde, stieg in Q2 der Umsatz um 5,9 % auf EUR 829,9 Mio. In Summe ist der H1 2010 Umsatz fast so hoch (-0,8 %) wie jener H1 2009. Die Profitabilität konnte im ersten Halbjahr 2010 jedoch sehr deutlich gesteigert werden. So stieg das EBITA um 73,3 % auf 97,9 Mio., das Konzernergebnis verdoppelte sich fast in H1 2010 auf EUR 67,3 Mio. Sehr erfreulich ist der Auftragsbestand, der in Q2 mit EUR 1.395 Mio. einen Rekordwert ausweist. Damit erhöhte sich auch der Auftragsbestand mit EUR 5.384 Mio. über den Stichtag des Jahresultimos bzw. des 30. Junis 2009.
Credit-Sicht:
Aufgrund von Anzahlungen einiger Grossaufträge beträgt die Nettoliquidität mit EUR 932 Mio. mehr als das Doppelte im Jahresvergleich. Demgegenüber stieg allerdings auch die Nettoverschuldung auf EUR 778 Mio. (30. Juni 2009: EUR 279 Mio.). Der operative Cashflow fällt mit EUR 100 Mio. immer noch hoch aus (Q1 2010: EUR 238 Mio.). Aufgrund der guten Margen-Entwicklung (EBITA-Marge 6,3 % in H1 2010) sind wir auch für das Gesamtjahr zuversichtlich. Das Andritz-Management bestätigt die Zielsetzungen für das Gesamtjahr. Der Umsatz sollte zumindest auf dem Level von 2009 gehalten werden, das Ergebnis durch Kostenreduktionen sogar gesteigert werden. Eine Entscheidung bezüglich des Belo Monte Projektes ist innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate unrealistisch. Eine Rendite von knapp 3 % erscheint uns für die bis Mitte 2013 laufende Anleihe immer noch als fair. Q2 lag klar über den Erwartungen, womit die Jahresziele inzwischen als konservativ angesehen werden können. Wir behalten unsere Kauf-Empfehlung für die 4,5 % Andritz 2013 Anleihe bei.


