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"Der teure Staatsanleihenmarkt dürfte sehr teuer bleiben"   Facebook be



20.08.2010
 

Die beiden Corporate Bonds-Spezialisten von Raiffeisen Research, Ingo Jungwirth und Manuel Schreiber, haben sich den Markt in einer Analyse angesehen - ihr Resümee:

Unserer Wahrnehmung nach hat sich in den letzten Wochen die globale Marktstimmung verschlechtert. Nach den schlechten US-Arbeitsmarktdaten folgte die Notenbank FED mit einem abgeschwächten Konjunkturausblick. Europa stellt sich hier etwas gegen das negative volkswirtschaftliche Umfeld mit starken BIP-Wachstumsraten vor allem in Deutschland. Zudem konnten in dieser Woche die zuletzt wieder ins schlechte Licht gerückten Länder Spanien und Irland Staatsanleihen platzieren.

In Summe sehen wir, wie auch viele andere Analystenhäuser, das zweite Halbjahr schwächer als das Erste. Der aktuell sehr teure Staatsanleihen-Rentenmarkt dürfte deshalb auch in den nächsten Monaten sehr teuer bleiben, und das Renditeniveau zwischenzeitlich sogar noch weiter sinken, bis eine Spitze bei den Rezessions- (und wahrscheinlich bald auch Deflations-) Ängsten erreicht ist. Dementsprechend erwartet Raiffeisen RESEARCH auf Sicht Jahresende Aktienmarktrückgänge, die mit einem signifikanten Anstieg der Volatilitätsindizes VDAX & VIX einhergehen.

In weiter Konsequenz nehmen wir unsere Empfehlung auf Spreadbasis für Investmentgrade-Unternehmensanleihen für das zweite Halbjahr 2010 auf Neutral und für High Yield Papiere auf Verkauf zurück. In dem verschlechterten Risikoumfeld werden auch Anleihen der Finanzinstitute von steigenden Renditeaufschlägen gekennzeichnet sein. Unter Total Return Aspekten erscheinen uns ab dem 4.Quartal Kassabonds bei steigendem Renditeniveau im Vergleich zu den aktuellen Tiefstständen bei deutschen Staatsanleihen attraktiv. Die Spreadausweitungen von Unternehmensanleihen der Eurozone dürften daher sowohl aus Renditerückgängen der deutschen Staatsanleihen als auch leicht höheren Renditen der Corporate Bonds resultieren.

Für österreichische Anleihen im Investmentgrade-Segment, wie beispielsweise Telekom Austria, sehen wir die Entwicklung bis Jahresende weniger pessimistisch. Wenngleich sich Titel schwächerer Bonität einem Anstieg der Risikoaversion höchstwahrscheinlich nicht entziehen werden können. Für einen Privatanleger ist weiterhin die Total Return Performance bedeutend und aufgrund dieser Entscheidungsgrundlage halten wir Corporate Bonds für eine attraktive Alternative.


 
 

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