Während sich in den letzten Tagen Anleger wie Lemminge in Staatsanleihen stürzten, muss man sich inzwischen fragen, was für solche Verzweiflungstaten Anlass ist. Lohnt sich das Risiko, für eine Rendite von 2% etliche Jahre auf Staatsanleihen zu sitzen, nur weil derzeit die Mainstream-Meinung ist, es stehe eine Deflation bevor, die selbst die klägliche Rendite von 2% noch zu einem Schnäppchen werden lässt? Die Rendite der 10-jährigen US-Bonds fiel Anfang der Woche auf 2,57%, die der 30-jährigen auf 2,72%, den tiefsten Renditen seit fast eineinhalb Jahren. Ähnlich war die Lage in Deutschland, wo der Bund-Future neue Höhen erklomm, wodurch die Rendite auf 2,35% gedrückt wurde ( http://www.foonds.com/ ).
Marc Faber: Hände weg von US-Anleihen
Während sich also Anleger auf breiter Basis weiter in ihre Fast-Nullzinsanleihen stürzen, rät Marc Faber dringen zum Ausstieg aus den Anleihen. In einem Interview vom 17.08 gegenüber CNBC: „Don’t touch 10, 30 years US bonds“, lautet die Kernaussage ( http://www.cnbc.com/ ). Einerseits hat ja China verlauten lassen, künftig weniger US Bonds zu kaufen, andererseits rechnet Faber mit einem Anziehen der Inflation. Wie auch etliche andere vorausdenkende Investoren, glaubt er nicht an ein Deflationsszenario. Warum? Die Lebensmittelpreise werden anziehen (wie rasch das geht, sieht man am Weizen) und dies wird zu inflationärem Druck führen. DAher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Blase der vermeintlich sicheren Staatsanleihen platzt.
Marc Faber bezeichnet sich auch als kein sonderlicher China-Fan und empfiehlt stattdessen eher in Unternehmen zu investieren, die von China, oder in Währungen, die vom chinesischen Wachstum profitieren. Mehr überzeugt ist er dagegen von Indien, wo sich seiner Ansicht eine starke Mittelklasse etabliert und der Kapitalismus in den Köpfen fest verankert ist. Auch sollen einige große indische Unternehmen sehr gut geführt sein.
(cr)









