Der in aller Regel gut informierte Goldspezialist Jim Willie warnt in einem aktuellen Artikel indirekt vor dem größten Gold-ETF von SPDR (GLD), da es immer wieder Gerüchte gibt, dass zur Abdeckung von Goldauslieferungen an der Londoner Metallbörse Gold aus diesem ETF entnommen wird: „Häufig hört man, London borge sich physisches Gold aus den Beständen des SPDR-ETF, der unter dem Symbol GLD bekannt ist.“ ( http://www.goldseiten.de/ ), und: „Weniger diskutiert wird der Einsatz Londoner Short-Gold-Futures, um GLD-Anteile abzugelten - ein hässliches, schmutziges Doppelspiel auch seitens des ETF. Aber am Ende - war er ja auch dafür ausgelegt.“
Auch wirtschaftsfacts.de warnt vor der trügerischen Sicherheit derartiger ETFs und hat den Prospekt gelesen, der die Zweifel nicht vermindern kann. Ihr Fazit: „Letzten Endes weisen der Wert und der Preis der Anteile des GLD-Trusts das Potenzial auf, zukünftig substanzielle Verluste zu erwirtschaften. Unter bestimmten Umständen könnte GLD sogar wertlos werden.“ ( http://www.wirtschaftsfacts.de/ ). Verwiesen wird auch auf Investmentberater Alex Stanczyk, der anmerkt, dass der Trust kein echtes Investment in Gold darstelle und die gesetzliche Struktur so ausgelegt sei, dass arglose Investoren am Ende ihr gesamtes eingesetztes Kapital verlieren könnten.
GLD ist laut obiger Analyse kein Fonds, sondern eine Art Derivat. Ein Bezug von Gold ist nur möglich, wenn man mindestens 100.000 Anteile besitzt (aktueller Kurs USD 120). Es gibt keine Sicherheit, dass das Gold nicht verliehen wird und daher im Krisenfall gar nicht verfügbar ist, weil der Goldausleiher in Konkurs geht. Der Verwalter kann Subverwalter und diese ihrerseits wieder welche mit der Verwaltung und Lagerung des Goldes beauftragen, sodass letztendlich kaum nachverfolgbar ist, wie viel Gold vorhanden ist, entlehnt ist usf. Die gesamten wenig vertrauenserweckenden Bedingungen sind bei wirtschaftsfacts.de penibel aufgelistet.
Gold ist die einzige Währung, die kein Versprechen darstellt, Gold daher als Krisenabsicherung in Form von "ETFs" mit seitenlangen Versprechungen und Erklärungen und Haftungsausschlusskriterien zu erwerben, ist ohnehin per se absurd.
Zentralbanken-Goldreserven viel zu hoch ausgewiesen?
Doch nicht nur bei gewissen ETFs wird angezweifelt, ob sie das Gold, das sie wertmäßig repräsentieren, wirklich haben (oder nicht haben, verliehen haben, in Form von anderem Papiergold haben), auch die vom World Gold Council regelmäßig gemeldeten Goldbestände der Zentralbanken sind hinterfragenswürdig, enthalten sie doch ebenfalls in gewissem Ausmaß Papiergold. Wie wir bereits berichteten, wird ja in den Zentralbankbilanzen nicht mehr zwischen Gold und Goldforderungen unterschieden ( http://www.foonds.com/ ). Als Beleg für die angebrachten Zweifel an den Goldbestände sei auf die Recherchen von goldreporter.de verwiesen ( http://www.goldreporter.de/ ).
Doch die Probleme sind ja bekanntermaßen noch größer, weil die rund 3400 Tonnen Gold der Bundesbank großteils in den USA lagern und es keine Gewissheit gibt, ob sie vorhanden sind und falls ja, ob sie auch im Ernstfall von den USA herausgerückt würden. Hier sind Zweifel durchaus nicht von der Hand zu weisen. DeGaulle wusste schon, was er tat, als er kurzen Prozess machte und sich die Goldreserven Frankreichs 1969 kurzerhand mit dem Kriegsschiff abholte.
Dieselben Zweifel sind für die offiziellen 8000 Tonnen Gold der USA angebracht - warum wird seit Jahrzehnten hartnäckig ein Audit mit der fadenscheinigen Begründung zu hoher Kosten abgelehnt?
John Embry: Goldreserven sind gefälscht
John Embry, Chief Strategic Analyst bei Sprott Asset Management nennt das Kind gleich beim Namen und bezeichnet die Zentralbank-Goldreserven als gefälscht. Er hält es für fraglich, ob von den jüngst vom World Gold Council gemeldeten Beständen von 30.463 Tonnen Gold überhaupt die Hälfte existiert, da in den letzten eineinhalb Dekaden vieles verleast und verswapt wurde („I would strongly question wether the Western central banks have even half of that number in their vaults today“ http://www.sprott.com/ ). Die Vertuschung ermöglicht der bereits wohlbekannte vom IWF abgesegnete Trick mit der Position „Gold und Goldforderungen“ in den Zentralbankbilanzen. Laut Embry betrieben die Zentralbanken eine rege „Goldschöpfung“, indem sie einmal vorhandenes Gold gleich mehrfach verliehen. Wo ist das Gold? Embry: „Es baumelt von den Hälsen indischer Frauen, füllt die Tresore im Mittleren Osten und fließt in immer größeren Mengen nach Russland und in den Fernen Osten“. Das Phänomen ist nicht neu. Die Parallelen sind verblüffend: Bereits in der Antike floss das Gold vom über seine Verhältnisse lebenden Rom gegen Osten – nach Byzanz und in den Orient, heute sind es Russland, Indien und China.
Fazit: Die Zentralbanken haben nicht mehr ausreichend Gold, um einem massiven Kaufansturm entgegenzuhalten, in einigen der sog. Gold-ETFs befindet sich möglicherweise weniger physisches Gold, als sie vorgeben, und die Goldförderung stagniert. Immer wieder hört man, dass die Goldförderung bei rund 2400 Tonnen jährlich wie das Erdöl ihren Peak überschritten habe. Embry erwartet aufgrund der physischen Goldknappheit einen massiven Ausbruch des Goldpreises und empfiehlt den Anlegern bei jeder Gelegenheit aufzustocken, ungeachtet der vom Anti-Gold-Kartell erzeugten Volatilität zur Verunsicherung der Anleger.


