Die Rentenmärkte sind derzeit so stark in Bewegung wie seit Jahren nicht mehr. So erreichte der Bund-Future am Montag neue Höchststände über 131,75 Punkten. Dies entspricht dem höchsten Stand seit Beginn der Berechnung im Jahr 1990. Der Bund-Future ist eine idealtypische langfristige Bundesanleihe mit einer Nominalverzinsung von sechs Prozent sowie einer Laufzeit von zehn Jahren und gilt als eines der wichtigsten Rentenbarometer.
„Die aktuelle Situation ist extrem spannend und einmalig in der Geschichte“, sagt Sebastian Bleser, Experte für Hebelprodukte bei der Société Générale. Neben Produkten auf den Bund-Future hat die Bank nun Turbos auf den T-Note- Future sowie den Schatz- und den Bobl- Future, also Kontrakte auf mittel- bis kurzfristige Bundesobligationen, aufgelegt.
Barometer am Scheideweg
„Nach den jüngsten Kursanstiegen stehen viele Rentenbarometer jetzt am Scheideweg“, sagt Sebastian Bleser. Nach Einschätzung von Analysten der Société Générale hat zum Beispiel der Bund- Future mit seinem Allzeithoch eine Widerstandszone erreicht. Spannend für die Marktteilnehmer ist nun, ob das Rentenbarometer den Widerstand durchbricht oder wieder zurückfällt.
Derzeit häufen sich die Signale, dass es zu einer Kurswende kommen könnte. „Beim derzeitigen Stand errechnet sich eine Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen von nur noch circa 2,35 Prozent. Daher wird eine Spekulation auf wieder steigende Zinsen und damit einen fallenden Bund-Future immer interessanter“, sagt Sebastian Bleser.
Wie ein Händler von Scoach, einem der führenden Börsenplätze für Hebelprodukte, in der vergangenen Woche in einem Zeitungsbericht erklärte, haben sich die meisten Anleger für einen Rückgang des Bund- Futures positioniert. Demnach werden fast ausschliesslich Puts gekauft, mit denen Investoren überproportional von fallenden Kursen profitieren.
„Aber auch die T-Note-, Schatz- und Bobl-Futures sind derzeit stark in Bewegung, sodass Anleger die Chance haben, mit Turbos in kurzer Zeit hohe Gewinne zu erzielen - allerdings bei entsprechend hohem Risiko“, so Bleser.
Voraussetzung: Klare Meinung
Der Experte empfiehlt Anlegern daher, sich vor einem Investment eine klare Meinung zur künftigen Richtung der Rentenbarometer zu bilden. Entwickeln sie sich anders als erwartet, werden die gegenläufigen Bewegungen des jeweiligen Futures ebenfalls mit einer Hebelwirkung nachvollzogen und es drohen Verluste. „Der Vorteil ist jedoch, dass Anleger mit Turbos beide Markterwartungen umsetzen können“, so Bleser.
Mit Long Open End Turbopapieren setzen Anleger auf eine fallende und mit Short Open End Turbopapieren auf eine steigende Zinskurve. „Mit den Hebelpapieren auf die renommierten Renten-Futures können Anleger somit überproportional an steigenden oder fallenden Notierungen partizipieren“, sagt Bleser.
Ein grosser Vorzug der Turbos ist ihre transparente Preisentwicklung. Wie ein klassisches Index-Zertifikat bewegen sie sich entsprechend der Entwicklung des unterlegten Basiswerts. Der Unterschied zu Index-Zertifikaten ist, dass Anleger bei Open End Turbos nur einen geringen Teil zum Kauf des Basiswerts beisteuern, den Rest übernimmt - gegen Gebühr - der Emittent. Aus dem reduzierten Kapitaleinsatz resultiert die Hebelwirkung: Je niedriger der Kapitaleinsatz des Investoren, desto höher ist der Hebel.
Beispielsweise können Anleger, die daran glauben, dass nach dem Allzeithoch des Bund-Futures eine Korrektur erfolgen wird, mit den neuen Open End Short Turbo Zertifikaten von einer entsprechenden Entwicklung überproportional profitieren. So etwa mit dem Open End Turbo mit der WKN: SG1RAU, der über einen Hebel von aktuell gut 19 Prozent verfügt. Das Stopp- Loss-Level liegt bei diesem Papier bei 136,88 Punkten.






