Investoren sollten sich auf “grosse strukturelle Veränderungen” einstellen. Das erklärte Mohamed A. El-Erian, der Chef von Pacific Investment Management Co. (Pimco), in einem Radio-Interview mit Bloomberg. Die Konjunktur werde sich zunehmend in Richtung eines immer langsameren globalen Wirtschaftswachstums bewegen.
“Wir sollten uns nicht länger zur Geisel einer Gedankenwelt machen, die zyklische Ansätze verfolgt. Wir sollten über den Tellerrand gucken - denn es gehen gerade ein paar grosse strukturelle Veränderungen vor sich, sowohl auf dem nationalen als auch auf dem globalen Niveau”, sagte El-Erian. “Wenn man sich auf einer stolprigen Strasse ins Neue Normale befindet, dann werden das Undenkbare und das Unwahrscheinliche plötzlich wahrscheinlich.”
Laut der Theorie von Pimco wird das globale Wachstum in den nächsten drei bis fünf Jahren unterhalb des langfristigen Durchschnitts liegen. Viele Industrienationen hätten nach dem Zusammenbruch der Kreditmärkte im Jahr 2008 mit steigenden Defiziten und neuen Regulierungen zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund versucht Pimco, vor allem in hochwertige Anlagen zu investieren. Darüber hinaus würden die Investments geografisch breiter aufgestellt. Lange Zeit war Pimco, eine Tochter der Allianz SE, ein Synonym für Anleiheninvestments. Doch jüngst legte die Fondsgesellschaft auch einen Aktien-Investmentfonds auf. Darüber hinaus wurde eine Sparte geschaffen, die in Hedgefonds, Immobilienfonds und Private-Equity-Fonds investiert.
Bill Gross, der bei Pacific Investment Management Co. (Pimco) den weltgrössten Anleihe-Fonds führt, hat im Juli die Investments in amerikanische Staatsanleihen zurückgefahren und dafür mehr in Schwellenländern investiert. Im Portfolio des 239,3 Mrd. Dollar schweren Total Return Fund hatten amerikanische Staatsanleihen im vergangenen Monat einen Anteil von nur noch 54 Prozent, nach 63 Prozent im Juni. Die Anlagestrategie umfasst neben klassischen Treasuries auch andere Bonds, die durch den Staat oder staatsnahe Institutionen begeben oder garantiert werden, sowie Treasury-Futures, Treasury-Optionen und Zins-Derivate.
Gleichzeitig stieg der Anteil der Anleihen aus Schwellenländern auf rekordhohe 11 Prozent, nach 10 Prozent einen Monat zuvor. Ebenfalls aufwärts ging der Anteil der Hypothekenanleihen im Fondsportefeuille - und zwar von 16 Prozent in Juni auf 18 Prozent im Juli. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate kommt der Total Return auf eine Rendite von 12,8 Prozent. Er schlug sich damit besser als 70 Prozent der vergleichbaren Fonds, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.
(Bloomberg)


