Finanzkrise

Die ganze (Investment)-Welt ein Ponzi-Schema?   Facebook be



14.08.2010
 
Aus der Krise nichts gelernt - Business as usual


Den Begriff des Pyramidenspiels oder Schneeballsystems kennen wir schon lange. Sie werden immer wieder gerne praktiziert, zuletzt in professionellem Stil durch den European Kings Club in den 90er Jahren – der eine oder andere wird sich noch daran erinnern ( http://de.wikipedia.org/ ) . Inzwischen wissen wir auch, was wir früher nicht wussten, nämlich was ein Ponzi-Schema ist. Es ist nur ein anderes Wort für dasselbe Spiel. Madoff hat den Begriff populär gemacht. Gemeinsam ist allen Ponzi-Schemen oder Pyramidenspielen, dass die letzten die Hunde beißen, während die Früheinsteiger mit hohen Erträgen belohnt werden, die aber nicht aus genialen Investitionen stammen, sondern von den später Eingestiegenen bezahlt werden. Dass diese Methode einen Betrug darstellt, ist ziemlich offensichtlich.
Wenn der Veranstalter eines Pyramidenspiels daher ungestraft davonkommen will, muss er es schon etwas klüger anstellen und den Sachverhalt verschleiern. Und hier stellt sich die interessante Frage, ob nicht die Investmentbanken auch nichts anderes als Veranstalter von Pyramidenspielen sind. Wenn sie es sind, haben sie es bisher gut geheimgehalten, denn auch seit der Finanzkrise wurden kaum Investment-Banker zur Rechenschaft gezogen, sondern konnten vielmehr mit hohen Bonuszahlungen und/oder Abfindungen in den wohlverdienten Ruhestand wechseln. Doch es steht uns ferne, Aktienbörsen, Rohstoffbörsen oder Devisenbörsen als Veranstaltungsorte von institutionalisierten Pyramidenspielen zu verdächtigen, da zu genau zu diesem Thema ein interessanter Beitrag im Rahmen des Forums Alpach von Heiner Flassbeck als Gastkommentar beim ORF zu finden ist ( http://science.orf.at/ ).
Seine Schlüsse sind:
> Die Finanzkrise ist noch lange nicht vorbei
> Die Politiker haben bisher nicht begriffen, was sie eigentlich verursacht hat
> Die Banken machen weiter wie eh und je und blenden die Öffentlichkeit mit der lauthalsen Verkündung ihrer Scheingewinne, von den (Wirtschaftsmedien)Medien munter unterstützt, die auch Bankaktien wieder zum Kauf empfehlen.
> Die Vorgänge an den Börsen entsprechen im Kern einem Ponzi-Schema, es werden keinerlei reale Werte damit generiert, da es sich um Nullsummenspiele handelt.
Zudem kommt es zu starken Marktverzerrungen, die gerade bei Währungsspekulationen (nicht nur durch spektakuläre Angriffe auf Währungen im Stile Soros’, sondern auch durch spekulativ erzwungene Aufwertung, die zu geringerer internationaler Wettbewerbsfähigkeit und daher zu großen nationalen Schäden führen kann) oder auch bei Rohstoffen gesamtwirtschaftlich große Schäden verursachen.
> Die Verluste werden von allen bezahlt, die zuvor erzielten Gewinne verbleiben großteils den erfolgreichen Teilnehmern an den Investment-Pyramidenspielen.

Als dringende Lösung empfiehlt er die Trennung der Geschäftsbanken, die durch die Ausübung ihrer Bankenfunktion einen wirtschaftlichen Nutzen bringen, von den Investment“banken“ als Veranstalter von Nullsummen-Ponzischemen.

Was wir im tiefsten Herzen schon immer befürchtet haben, aber nicht auszusprechen wagten, nämlich ob nicht die ganze Investmentwelt letztlich ein einziges riesiges Ponzischema ist, Flassbeck bringt es auf irgendwie einleuchtende Weise auf den Punkt.

Hier sollten wir aber die Staaten nicht ausklammern. Ein Unternehmen, das trotz Überschuldung noch weiter Kredite aufnimmt, indem es z.B. Anleihen begibt, macht sich strafbar. Staaten tun dies allerdings schon lange ungestraft. Im schlimmsten Fall will dann die Staatsanleihen keiner mehr kaufen, aber selbst hier gibt es eine einfache Lösung: Dann werden die Ladenhüter eben von den Notenbanken aufgekauft, die geschwind ein wenig Geld aus dem Hütchen, sprich Notenpresse, zaubern, die FED (und nicht nur die) hat es ja schon vorexerziert.
(cr)


 
 

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