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Interview

"Natürlich verläuft der Globalisierungsprozess nicht immer geradlinig"   Facebook be



16.08.2010
 

Tycho van Wijk, Senior Investment Manager Equities und leitender Portfolio Manager des
ING (L) Invest Global Opportunities im Interview

Was sind Ihre langfristigen Investmentthemen für die Weltkonjunktur?

Tycho van Wijk: Wir gehen davon aus, dass unsere sieben Hauptthemen (Wandel des Verbraucherverhaltens, Digitale Revolution, Wirtschaftswachstum, Umweltveränderungen, Industrielle & Technische Innovation, Demografischer Wandel sowie Sozialer & Politischer Wandel) zumindest während der nächsten zehn Jahre das Portfolio prägen werden. Dabei sind wir zuversichtlich, dass diese sieben Schlüsselthemen die wichtigsten Antriebskräfte der Aktienmärkte abbilden werden. Asien und Lateinamerika sollen im kommenden Jahrzehnt ein stärkeres Wirtschaftswachstum erleben als die westlichen Volkswirtschaften. Diese Schwellenländer werden nicht nur wirtschaftlich und demografisch wachsen, sondern auch im Hinblick auf ihr politisches Gewicht auf der internationalen Bühne. Nichts wird diesen Prozess stoppen können. Natürlich verläuft der Globalisierungsprozess nicht immer geradlinig; es wird zwangsläufig zu Rückschlägen kommen, die das Wachstum in bestimmten Zeiträumen begrenzen. Wir betrachten solche Zeiträume als Kaufgelegenheiten. Ein weiteres Thema, das bei allen globalen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Demografische Wandel. Die Überalterung der Bevölkerung ist ein sehr reales Phänomen, dem man nur schwer entgegentreten kann. Aber es sind nicht nur die Industrieländer, die sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Auch Länder wie China werden seine Konsequenzen zu spüren bekommen. Gleichzeitig führt die Bevölkerungsalterung dazu, dass Informationstechnologie und industrielle Innovation immer wichtiger werden. Das BIP ist das Ergebnis der Arbeitsproduktivität der erwerbstätigen Bevölkerung eines Landes. Nimmt der Anteil der Erwerbsbevölkerung ab, muss man die Arbeitsproduktivität durch technologische Innovation erhöhen – andernfalls sinkt die Wirtschaftsleistung.

Welche Entwicklung erwarten Sie bis Ende 2011?

van Wijk: Die wichtigsten Anlagethemen für die nähere Zukunft sind immer noch Wirtschaftswachstum und Digitale Revolution. Unserer Überzeugung nach werden Unternehmen, die sich in Wachstumsregionen engagieren, bis auf weiteres überdurchschnittlich gut abschneiden. Das gilt umso mehr, als dass Wachstum im gegenwärtigen globalen Umfeld zunehmend seltener wird. Unternehmen, die ein anhaltendes Gewinnwachstum bieten, werden aller Voraussicht nach den Gesamtmarkt übertreffen. Im Zuge der dynamischen Wachstumsentwicklung in China und Indien bildet sich zudem eine neue Art von Konsumenten an den Schwellenmärkten heraus, die über zunehmende Kaufkraft verfügen.

Was sind Ihre langfristigen Investmentthemen für die Weltkonjunktur?

van Wijk: Wir gehen davon aus, dass unsere sieben Hauptthemen (Wandel des Verbraucherverhaltens,
Digitale Revolution, Wirtschaftswachstum, Umweltveränderungen, Industrielle & Technische
Innovation, Demografischer Wandel sowie Sozialer & Politischer Wandel) zumindest während der nächsten zehn Jahre das Portfolio prägen werden. Dabei sind wir zuversichtlich, dass diese sieben Schlüsselthemen die wichtigsten Antriebskräfte der Aktienmärkte abbilden werden. Asien und Lateinamerika sollen im kommenden Jahrzehnt ein stärkeres Wirtschaftswachstum erleben als die westlichen Volkswirtschaften. Diese Schwellenländer werden nicht nur wirtschaftlich und demografisch wachsen, sondern auch im Hinblick auf ihr politisches Gewicht auf der internationalen Bühne. Nichts wird diesen Prozess stoppen können. Natürlich verläuft der Globalisierungsprozess nicht immer geradlinig; es wird zwangsläufig zu Rückschlägen kommen, die das Wachstum in bestimmten Zeiträumen begrenzen. Wir betrachten solche Zeiträume als Kaufgelegenheiten. Ein weiteres Thema, das bei allen globalen Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Demografische Wandel. Die Überalterung der Bevölkerung ist ein sehr reales Phänomen, dem man nur schwer entgegentreten kann. Aber es sind nicht nur die Industrieländer, die sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Auch Länder wie China werden seine Konsequenzen zu spüren bekommen. Gleichzeitig führt die Bevölkerungsalterung dazu, dass Informationstechnologie und industrielle Innovation immer wichtiger werden. Das BIP ist das Ergebnis der Arbeitsproduktivität der erwerbstätigen Bevölkerung eines Landes. Nimmt der Anteil der Erwerbsbevölkerung ab, muss man die Arbeitsproduktivität durch technologische Innovation erhöhen – andernfalls sinkt die Wirtschaftsleistung.

Welche Entwicklung erwarten Sie bis Ende 2011?

van Wijk: Die wichtigsten Anlagethemen für die nähere Zukunft sind immer noch Wirtschaftswachstum und Digitale Revolution. Unserer Überzeugung nach werden Unternehmen, die sich in Wachstumsregionen engagieren, bis auf weiteres überdurchschnittlich gut abschneiden. Das gilt umso mehr, als dass Wachstum im gegenwärtigen globalen Umfeld zunehmend seltener wird. Unternehmen, die ein anhaltendes Gewinnwachstum bieten, werden aller Voraussicht nach den Gesamtmarkt übertreffen. Im Zuge der dynamischen Wachstumsentwicklung in China und Indien bildet sich zudem eine neue Art von Konsumenten an den Schwellenmärkten heraus, die über zunehmende Kaufkraft verfügen. Staatsverschuldung, Unternehmensverschuldung, Bonuskultur usw. – im Zusammenhang mit diesem Sektor stehen. Nach unserem Dafürhalten lässt sich die wichtigste Triebkraft für europäische und US-Finanzwerte am besten über das Unterthema „Rules Review“ im Hauptthema Sozialer & Politischer Wandel darstellen. Wir zielen darauf ab, diejenigen Finanzwerte zu ermitteln, die – ob positiv oder negativ – von der zunehmenden Regulierung und stringenteren staatlichen Maßnahmen betroffen sind, und die Folgen einzuschätzen. Das ist also sowohl ein risiko- als auch ein chancenbezogenes Thema. Auch bei Finanzwerten halten wir nach Chancen an den Emerging Markets Ausschau und bemühen uns, diejenigen Titel herauszufiltern, die in diesen Regionen am stärksten profitieren werden. Andererseits halten wir auch Positionen in Finanzwerten aus Industrieländern, sofern sie hervorragende Bilanzen, nur minimales Risiko im Hinblick auf ausfallgefährdete staatliche Gläubigerpapiere sowie höchste Ertragsstabilität aufweisen.

Was sind die Top-Investmentthemen für Asien?

van Wijk: Die aktuellen Investmentthemen für Asien sind die sogenannten Hard und Soft Commodities sowie die Unterthemen Energie, Einzelhandel & Konsum sowie Finanzdienstleistungen. Unser Interesse an Unternehmen und Aktien der Bereiche Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Konsum sowie Energie ergibt sich bereits aus unserem Thema Wirtschaftswachstum: Das enorme Wachstum in den Entwicklungsländern wird zu einer strukturell höheren Nachfrage nach Soft Commodities (z. B. landwirtschaftlichen Rohstoffen) und Hard Commodities (z. B. Metallen) führen. China und Indien mangelt es an natürlichen Ressourcen, sie müssen daher Kupfer, Zink, Eisenerz usw. einführen, um ihre vielfältigen Infrastruktur- und Urbanisierungsprojekte durchführen zu können. Gleichzeitig erfordern die sich wandelnden Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung in den Schwellenländern eine Steigerung der Ernteerträge in China und Indien. Last but not least wird die steigende Nachfrage nach Soft Commodities zu höheren Lebensmittelpreisen führen, auch in den Industrieländern.


 
 

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