Dass ein Unternehmen bankrott ist, kommt in den besten Familien vor, und dass es der Geschäftsführer oder Unternehmer noch nicht weiß oder wahrhaben will, auch. Das nennt sich dann Konkursverschleppung und kann unangenehme Konsequenzen haben. Für Staaten gilt dies natürlich nicht, hier kann der Konkurs bis an den Sankt Nimmerleinstag verschleppt werden, vor allem, wenn man wie die USA in der günstigen Position, sich das Geld nach Belieben selbst zu drucken.
Laurence Kotlikoff, Wirtschaftsprofessor an der Boston University, meint im Bloomberg TV, dass genau dies der Fall ist: „Die USA sind bankrott und wir wissen es nicht einmal“ ( http://www.bloomberg.com/ ).
Er rechnet vor, dass laut IWF-Unterlagen ein Schließen der Fiskallücke eine Verdoppelung der wichtigsten Steuern erfordern würde, was kaum möglich ist. Prof. Kotlikoff berechnet eine Finanzlücke, wo einem die Haare zu Berge stehen: Sie soll 202 Billionen USD ausmachen. Das sind 15x die offiziell bekannt gegebenen Schulden. Bisherige Horrorszenarien gingen davon aus, dass die kompletten US-Schulden bei etwa 60 bis 70 Billionen lägen. Die große Diskrepanz beruht darauf, dass ein Gutteil der Schulden außerhalb der Bücher und unter anderen Titeln läuft. Der Hauptbrocken sind die Pensions- und Sozialzahlungen an die Baby-Boomer-Generation, die in Bälde schlagend werden. Die jährlichen Kosten beziffert der Professor mit 4 Billionen USD zum aktuellen Geldwert. „Onkel Sams Ponzi-Schema wird stoppen“, meint er, aber „zu spät“ und auf sehr „unschöne“ (nasty) Weise: Pensionskürzungen für die Baby-Boomer, „astronomische Steuererhöhungen“, die den Jungen jegliche Motivation zu arbeiten und zu sparen nehmen würden, und massives Gelddrucken. Griechenland sei nichts dagegen, meint Kotlikoff.
(cr)
Abbildung: 2007 Presidential $1 Coin image from the United States Mint









