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Zinsentscheidung

Fed fährt Wertpapierkäufe nicht zurück - Gedämpfte Konjunkturerwartungen - Keine Inflationssorgen   Facebook be



11.08.2010
 
Hält am Quantitative Easing im bisherigen Umfang fest

„Likely to warrant exceptionally low levels of the federal funds rate for an extended period.“ Die gestern Abend veröffentlichte Stellungnahme der US-Notenbank zum Treffen des Federal Open Market Committee (FOMC) fiel im Grossen und Ganzen den Erwartungen entsprechend aus. Der Leitzins wurde auf dem historisch niedrigen Niveau von knapp über 0% belassen und soll dort nach dem Willen des FOMC auch noch über einen längeren Zeitraum verharren.

An den Rentenmärkten kam es im Anschluss an die Veröffentlichung der Stellungnahme zu einem weiteren Renditerückgang. An den US-Aktienmärkten wurden die Verluste eingegrenzt. Der Dollar kam leicht unter Druck und verlor zu Euro, Pfund und Yen.

Wie zu erwarten äusserte sich die Fed deutlich gedämpfter zur konjunkturellen Entwicklung als in den letzten Monaten. In ihrer Einschätzung bestätigte sie dem Markt, dass sich die Wirtschaft etwas abschwächt und das Wachstum zurückgehe. Das zeigte sich auch in einem erstmaligen Rückgang der US-Produktivität im 2. Quartal 2010 um 0,9% seit Ende 2008. Auf der Preisseite sieht die Fed derzeit keine Inflationsprobleme. Das war noch nichts Neues für den Markt. Deshalb war die Ankündigung der US-Notenbank Fed, die Einnahmen aus auslaufenden Wertpapieren in US-Staatsanleihen zu reinvestieren, diejenige die mehr Aufmerksamkeit erregt. Damit versucht die Notenbank zu signalisieren: „Wir werden alle Mittel ergreifen, um ein erneutes Abgleiten in die Rezession zu verhindern.“

Die US-Notenbank wird ab sofort zur Belebung der Wirtschaft auslaufende Wertpapiere (vor allem hypothekenbesicherte Wertpapiere - MBS) und Kuponzahlungen in US-Staatsanleihen reinvestieren anstatt sie auslaufen zu lassen und so dem Geldkreislauf zu entziehen. Experten schätzen, dass es sich dabei um 100 - 180 Mrd. USD handelt. Auf diese Weise wird die passive Rückführung von Liquidität verhindert, die sich durch das Abreifen der von der Fed gehaltenen Wertpapiere ansonsten automatisch ergeben hätte. Die Oberbank schlussfolgert in ihrem heutigen Tageskommentar. „Damit sollten die langfristigen Marktzinsen niedrig bleiben, um den Konsum zu stützen, was im Gegensatz zur EZB steht, die dem Markt langsam Liquidität entzieht“.

Die RZB kommentiert in einem Statement: „Mit der Ankündigung zur Beibehaltung des vollen Umfangs der Massnahmen zur quantitativen Lockerung hatten wir zwar noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt gerechnet. Da dieses Vorgehen aber schon auf der letzten Zinssitzung diskutiert worden war, kommt sie allerdings nicht völlig überraschend.“ Wichtig sei festzuhalten, dass nun lediglich der status quo bewahrt werde.. In jedem Fall sei die gestrige Entscheidung ein klares Bekenntnis der Fed, noch über einen relativ langen Zeitraum an ihrer Nullzinspolitik festhalten zu wollen. Sie stelle aber keine zusätzliche geldpolitische Lockerung dar.

(hd)


 
 

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