Bei der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) an diesem Dienstag (10. August) werden nach Einschätzung von Ökonomen nur kleinere Veränderungen beim Kommentar erwartet. Hier dürften die enttäuschenden Konjunkturdaten der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen. Der Leitzins dürfte hingegen auf dem Rekordtief von 0,0 bis 0,25 Prozent verharren. Zusätzliche quantitative Maßnahmen dürften laut Volkswirten noch nicht beschlossen werden.
"Im Statement zum Zinsentscheid der Fed sollten sich einige der zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten niederschlagen", schreibt die DekaBank in einem Ausblick. Die Fed sollte jedoch an der Erwartung einer moderaten wirtschaftlichen Erholung festhalten, womöglich aber auch von gestiegenen Abwärtsrisiken sprechen. Laut Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner dürfte sich die Notenbank nach den jüngsten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt darin bestätigt sehen, dass die Erholung anhält. Die US-Wirtschaft hatte im zweiten Quartal überraschend deutlich an Schwung verloren.
In den vergangenen Wochen hatten Notenbankchef Ben Bernanke und andere Fed-Vertreter betont, dass sie trotz der niedrigen Leitzinsen noch geldpolitische Mittel zur Verfügung hätten. Auch nach den im Juli enttäuschend ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht geht Weidensteiner aber noch nicht von einer Ankündigung von zusätzlichen Maßnahmen aus.
Bloße Befürchtungen einer weiteren Abschwächung dürften die Fed noch nicht zum Handeln bewegen. Denkbar sei allenfalls, dass die Fed zukünftig die Erträge aus fälligen hypothekengesicherten Anleihen reinvestiert und nicht wie bisher stilllegt. US-Notenbankchef Ben Bernanke dürfte laut Weidensteiner darauf spekulieren, dass die sich gegenwärtig abzeichnende Wachstumsverlangsamung nur vorübergehend ist.
Die Fed wird laut UniCredit erneut klarstellen, dass sie ihre Zinsen für einen ausgedehnten Zeitraum sehr niedrig lassen wird. Lediglich Tom Hoenig, der Chef der regionalen Notenbank von Kansas City, werde sich erneut dagegen aussprechen. Gegen einen vermehrten Aufkauf von Anleihen spricht laut UniCredit, dass die Deflationsängste nach der zuletzt erfolgten Revision der Preisdaten im Rahmen der rückwirkenden Anpassung der Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) nachgelassen hätten. Auch nach Einschätzung der Postbank setzt die moderate Preisentwicklung die Fed nicht unter akuten Zugzwang. Eine Anhebung des Leitzinses sei erst Anfang 2011 zu erwarten.
(APA)









