Subprime-Papiere

Irreführung der Aktionäre: Citigroup muss Millionenstrafe für Schönfärberei zahlen   Facebook be



30.07.2010
 
US-Großbank zahlt in Vergleich mit SEC 75 Mio. Dollar

Die Citigroup muss sich wegen Irreführung ihrer Aktionäre verantworten. In einem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC zahlt die Großbank 75 Mio. Dollar (57,4 Mio. Euro). Die SEC sieht es als erwiesen an, dass die Citigroup im Jahr 2007 ihr Engagement in die riskanten zweitklassigen Hypothekenpapiere bewusst schöngeredet hat, um bei den Anlegern besser dazustehen.

"Die Regeln der Finanzmarkt-Kommunikation sind simpel", sagte SEC-Chefermittler Robert Khuzami am Donnerstag in Washington. "Wenn du dich entscheidest, etwas zu verkünden, dann sage die volle Wahrheit und keine Halbwahrheiten." Nach außen hin habe die Citigroup von einem Engagement in sogenannte Subprime-Papiere von 13 Mrd. Dollar gesprochen, tatsächlich seien es aber mehr als 50 Mrd. Dollar gewesen.

Ab Mitte 2007 schaute die gesamte Finanzwelt auf die zweitklassigen Hypothekenpapiere und daraus abgeleitete Finanzprodukte. Viele Banken verspekulierten sich mit den Titeln, als die ohnehin schwachbrüstigen Häuserbesitzer in den USA ihre Raten plötzlich nicht mehr zahlen konnten. Die Finanz- und spätere Wirtschaftskrise nahm von hier ihren Ausgang.

In der Zeit kippte die deutsche Mittelstandsbank IKB wegen ihrer Subprime-Spekulationen beinahe um und musste vom deutschen Steuerzahler mit rund 10 Mrd. Euro gerettet werden. Später musste der amerikanische Steuerzahler bei der Citigroup mit 45 Mrd. Dollar in die Bresche springen. Noch immer ist der Staat an der Bank beteiligt.

Die SEC belangte wegen der krassen Fehlinformationen auch zwei Citigroup-Manager direkt: den damaligen Finanzchef Gary Crittenden, der 100.000 Dollar zahlen muss, und den damaligen Chef der Finanzmarkt-Kommunikation, Arthur Tildesley, der 80.000 Dollar ärmer wird. Weder die Bank noch die Mitarbeiter gaben in dem Vergleich aber eine Schuld zu.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Börsenaufsicht in jüngster Zeit hart durchgreift. So musste die Investmentbank Goldman Sachs 550  Mio. Dollar zahlen, weil sie Anleger bei einem riskanten Hypothekengeschäft ebenfalls nur unvollständig informiert hatte. Beobachter sehen in dem Vorgehen der SEC eine Gegenreaktion zur vielfach geäußerten Kritik an der Behörde, im Vorfeld und während der Finanzkrise zu untätig geblieben zu sein.

(APA)


 
 

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