BElogs foonds
 
 Last 24h: 28 

Twitter
Partner des Monats:
 

 
Infofolder:
Zertifikate
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 8:26, 9.2.2012

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

USA

Konjunktur sorgt Bondsmärkte   Facebook be



27.07.2010
 

Erstmals seit einem halben Jahrhundert sinken in den USA die Renditen der Staatsanleihen während einer Phase wirtschaftlicher Expansion. Das Finanzministerium kann zweijährige Staatspapiere zu den niedrigsten Zinsen aller Zeiten am Markt unterbringen und die Rendite der zehnjährigen Treasuries liegt gerade mal bei drei Prozent. Dies, zusammen mit einem rekordhohen Haushaltsdefizit von wahrscheinlich über 1,4 Billionen Dollar, signalisiert, dass sich der Bondmarkt weniger über die Staatsausgaben sorgt als darüber, die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen. “Die USA haben mehr Zeit zur Verfügung gestellt bekommen”, sagt Anthony Crescenzi, Portfoliomanager und Stratege bei der Anleihefondsgesellschaft Pacific Investment Management Co. in Newport Beach, Kalifornien. “Wegen der Besorgnis über Europa ist Geld in die USA geflossen. Das erlaubt den USA, ihr Spiel noch länger weiterzuspielen und den Abbau des Defizits wegzuschieben.”

Die Renditen der Staatspapiere mit einer Laufzeit von zwei Jahren sind am 23. Juli auf 0,5516 Prozent gefallen, das ist der niedrigste Wert seit die Emission dieser Papiere im Jahr 1975 begann. Grund dafür waren Anzeichen, dass die wirtschaftliche Erholung, die im dritten Quartal 2009 begann, an Fahrt verliert. Bei den zehnjährigen Treasuries sank die Rendite am 21. Juli auf ein Fünfzehn-Monats-Tief bei 2,85 Prozent, nachdem Ben S. Bernanke, der Vorsitzende der Notenbank Federal Reserve, sagte, der wirtschaftliche Ausblick sei “ungewöhnlich unsicher” und die Fed sei darauf vorbereitet, weitere Massnahmen zu ergreifen.

Während in Europa Investoren die Regierungen dazu zwangen, Sparmassnahmen zu ergreifen und die Schuldenkrise zu bewältigen, die die griechischen Renditen bis auf 18 Prozent trieb, ist in den USA die Nachfrage nach Treasuries bei den Auktionen die höchste jemals verzeichnete. Indem sie die Finanzierungskosten der USA niedrig halten, statt auf einen Abbau des Haushaltsdefizits zu drängen, geben die Investoren der Regierung von Präsident Barack Obama die Gelegenheit, zusätzliche stimulierende Massnahmen einzusetzen. Das Finanzministerium teilte im Mai mit, es habe “Flexibilität” für die Finanzierung des Haushaltsdefizits. Es soll nach Schätzungen der Regierung in diesem Haushaltsjahr bis September auf 1,47 Mrd. Dollar anwachsen. Für 2011 rechnen Bondhändler einer Umfrage zufolge mit einem Fehlbetrag von 1,18 Billionen Dollar Bei den zehnjährigen US-Bonds sind die Renditen inzwischen um bis zu acht Basispunkte auf drei Prozent gestiegen.

Über Erwarten gute Unternehmensergebnisse liessen Befürchtungen abebben, die Wirtschaft könnte zurück in eine Rezession fallen. Aber noch immer liegen die Renditen einen Prozentpunkt unter dem Jahreshoch am 5. April von vier Prozent, zeigen Daten von BGCantor Market Data. Die Investoren am US-Bondmarkt würden weitere Stimuli akzeptieren, ohne die Renditen hoch zu treiben, sofern es einen “glaubwürdigen längerfristigen Plan gebe, das Defizit abzubauen”, sagte Christopher Bury, Co-Leiter Anleihezinsen bei Jeffries & Co. in New York. “Die populistische Betrachtung ist, dass die Regierung die Bankenbrache und die Wall Street gerettet hat, aber zu einem hohen Preis”, sagt Bury. “Wenn die Regierung wieder mit Anreizen kommt, müssen sie mehr auf die breite Masse ausgerichtet sein.” “Es gibt immer noch viel Angst draussen in den Weltfinanzmärkten”, sagt Alan Blinder, früherer Vize- Vorsitzender der Fed und Volkswirtschaftsprofessor an der Princeton University in einem Telefoninterview. “Deswegen greifen Investoren überall auf der Welt zu Treasuries, auch wenn sie wenig Rendite bekommen.” Blinder empfiehlt, ebenso wie der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und andere, höhere Staatsausgaben, um die US-Konjunktur zu stützen. US-Staatsanleihen haben den Investoren dieses Jahr einen Ertrag von 5,7 Prozent eingebracht. Das ist die beste Performance seit 1995, zeigen Indizes von Bank of America Merrill Lynch.

Angeschoben wurde die Rally von Anlegern, die angesichts einer geringen Inflation langfristig investieren wollen. Der Renditeabstand zwischen zweijährigen und zehnjährigen Treasuries verringerte sich vergangene Woche bis auf 2,42 Prozentpunkte. Im Februar lag der Abstand noch bei rekordhohen 2,94 Prozentpunkten. Die Nachfrage nach den Treasuries ist dieses Jahr um 18 Prozent auf einen Rekordwert gestiegen. Die Überzeichnung bei Auktionen lag bei 2,95 Dollar je Dollar an US-Staatsanleihen. Im Vorjahr hatten Investoren 2,50 Dollar geboten, zeigen Daten von Bloomberg. US-Finanzminister Timothy F. Geithner erklärte, die niedrigen Zinsen zeigten, der Markt wolle, dass sich die USA auf Wachstum fokussieren, statt sich wegen der kurzfristigen Ausgaben den Kopf zu zerbrechen. Schlussendlich müssten die USA ihr Defizit zügeln, sagte Geithner in einem Interview in der Charlie Rose Show am 21. Juli. Doch weil dieses Faktum so akzeptiert sei, würden die Märkte auf die USA keinen Druck in Richtung auf sofortiges Handeln ausüben, so wie bei Griechenland, Spanien und Portugal. Wenn man sich ansehe, was die USA heute an Finanzierungskosten bezahlen müssten, dann sei da “viel Vertrauen, nicht nur von Amerikanern sondern von Investoren überall auf der Welt, dass wir einen politischen Weg finden werden, es zu tun”, sagte Geithner weiter. “Es gibt keine Alternative für uns. Wir werden in der Lage sein, es zu tun.”


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
loading..

Archivsuche:


 
(14-punkt-ig-er) Morning Espresso für Trader, 9.2.
 
09.02.2012
Guten Morgen, liebe Leser!  Die wichtigsten Indizes an der Wall Street konnten am Mittwoch mit leichten Zugewinnen aus dem Handel gehen. Dabei wurde die Stimmung der Investoren durch die Hoffnung auf eine baldige Lösung im griechischen Schulden...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 8. Februar
 
Robert Gillinger, 08.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, dass es manchmal ein bisschen später werden kann in Griechenland, wissen wir zumindest von unseren Urlauben dorthin. Warum sollte es also beim Rettungspaket anders sein? Auch das entscheidende Treffen der Parteichefs mi...
weiterlesen


Zins Express
 
Robert Gillinger, 08.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, morgen tagt die EZB - zum dann vierten Mal unter Mario Draghi. Erwarten sollten wir uns von dieser Sitzung nichts - auch wenn das für den bisher so umtriebigen Notenbanker doch etwas ungewöhnlich wäre. Und seien wir fro...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 7. Februar
 
Christoph Rohrmoser, 07.02.2012
Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Gold und Silber verharren in der Seitwärtslinie, die Börsen sich leicht unter Druck. Man wartet, wie es in Griechenaland weitergehen soll. Japan überlegt weitere Eingriffe am Devisenmarkt, wenn dies nötig werd...
weiterlesen


Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 07.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, mitten in der angefachten Diskussion, ob wir Griechenland nicht doch den freiwilligen Austritt aus der Euro-Zone nahelegen sollten, meldet sich der frühere EU-Kommissionspräsident Jacques Delors zu Wort. Es gebe "mange...
weiterlesen


Fonds-Express
 
Robert Gillinger, 06.02.2012
Sehr geehrte LeserInnen, Für Griechenland wird es eng: Am Wochenende hat Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker eine Staatspleite öffentlich als Möglichkeit genannt. Heute setzten Angela Merkel und Nicolas Sarkozy nach. Immer offener wird ein Au...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 6. Februar
 
Christoph Rohrmoser, 06.02.2012
Sehr geehrte Leserinnen und Leser! Der Euro verliert etwas gegenüber dem Dollar, die Börsen sind aus dem leichten Minus fast ins Plus vorgerückt. Gold ist knapp 1% tiefer, aber Silber hat den deutlichen Absacker auf 33,0 bereits wieder nahezu w...
weiterlesen