Der deutsche Ex-Banker Eberhard Beer lässt kein gutes Haar an den Kundenberatern vieler Institute. "Viele Banken versuchen nach wie vor Geschäft um des Geschäfts willen zu machen", kritisierte der Sprecher der "Alten Hasen", einem Netzwerk von unabhängigen Bankkaufleuten ab 55 Jahre, am Dienstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt. "Es werden Produkte geschaffen und angeboten, die der Bank nützen, aber den wenigsten Kunden."
Auch die von der Politik verordnete neue Transparenz hat nach Einschätzung Beers wenig verbessert: "Trotz aller Protokolle und Beipackzettel: Vieles ist für Verbraucher nach wie vor nicht verständlich."
Immer wieder kämen der in Frankfurt angesiedelten Alten Hasen GmbH Fälle unter, in denen ein Berater das Gespräch mit dem Kunden in die Richtung lenkte, in die er es haben wollte. So habe eine Volksbank in Norddeutschland einem Ehepaar, das 10.000 Euro sicher anlegen wollte, einen Fonds auf US-Dollar-Basis verkauft, der an den Zweitmarkt für amerikanische Lebensversicherungen gekoppelt war.
"Sobald bei der Beratung irgendwo am Ende der Verkauf eines Produkts steht, muss man misstrauisch sein", mahnte Beer, der selbst 40 Jahre in der Branche tätig war, unter anderem als Vorstand einer Volksbank. "Wir trauen den Banken nicht mehr", sagte der 61-Jährige. "Die Banken haben ihren Ruf derartig ruiniert, dass selbst gute Angebote misstrauisch beäugt werden."
Beer forderte: "Die Banken müssen kundenorientiert beraten und verkaufen, nicht ertragsorientiert." Allerdings müsse auch jeder Bankkunde sich im Voraus informieren - am besten bei unabhängigen Beratern. "Kunden sollten sich auf ein Gespräch mit dem Bankberater genauso vorbereiten wie auf einen Autokauf. Nur wer sich selbst schlaumacht, kann Lockangebote durchschauen", erklärte Beer.









