Die Abrechnungen sind da. Doch welche Strategie war im bisherigen Jahresverlauf die erfolgversprechendste? Philipp Arnold vom Zertifikate-Bereich der RCB nennt Bonus-Zertifikate: „Betrachtet man die Performance an den Aktienmärkten seit Anfang des Jahres, so zeigt sich, dass fast alle wichtigen Indizes nahezu unverändert oder leicht im Minus sind. Kurz gesagt, mit ,Long-Only‘-Investments war an den Aktienmärkten keine Rendite zu machen.“
Veranlagungsalternativen waren daher gesucht. Und da erinnert Arnold gern daran, dass die RCB bereits seit Jahresanfang Bonus-Zertifikate in den Produktfokus gestellt und laufend empfohlen hat. In Zahlen gegossen heisst das etwa beim ATX Bonus-Zertifikat AT0000A0EAX4 eine Outperformance von 10,1 Prozentpunkten gegenüber dem Direktinvestment.
Aber nicht nur die RCB beschäftigte sich mit dem Thema „Was wäre das Beste gewesen?“ Dazu wurde heute auch eine Studie des DDV (Deutscher Derivate Verband) veröffentlicht. Dabei wurden die Produkte in einem Index zusammengefasst und dessen Performance mit einem Direktinvestment in den europäischen Aktienleitindex EuroStoxx 50 verglichen:
* Aktienanleihe: Der Aktienanleihe-Index hat im 1. Halbjahr 0,4826 Prozent verloren. An der Börse verliert keiner gerne, aber besser ein halbes Prozent als 13,24 Prozent wie mit dem Direktinvestment.
* Garantiezertifikate: Die eine Seite ist mit minus 13,24 Prozent klar und gilt auch für alle folgenden Produkte, bei den strukturierten Produkten namens Garantiezertis waren es im Schnitt 1,848 Prozent - plus.
* Bonuszertifikate liegen im Schnitt 7,65 Prozent unter Wasser und waren damit als Investment ebenfalls besser als der Index. Doch da kommt ja noch etwas dazu (der Bonus): Der derzeitige gewichtete Bonuslevel des Index liegt bei 3609 Punkten - bei einer Restlaufzeit von rund 600 Tagen. Das bedeutet eine Bonusrendite von über 40 Prozent auf die Restlaufzeit beziehungsweise 24,48 Prozent per annum.
* Discountzertifikate liegen 0,863 Prozent unter ihrem Start ins Handelsjahr, haben den Stoxx also auch geschlagen.
* Outperformancezertis standen zum
Ultimo Juni mit 12,59 Prozent in der Kreide, haben also mehr als einen halben Prozentpunkt weniger verloren als ihr Basiswert. Im Grunde genommen erstaunlich für ein Produkt, das eigentlich zusätzliche Performance ins Portfolio holen soll.
Somit liegen alle Zertifikatetypen zum Halbjahr besser als ihr Index. Das stimmt auch effektiv zum grössten Teil, aber eben nur zum grössten. Denn inklusive der erfolgten Dividendenausschüttungen liegt der EuroStoxx50 „nur“ noch 10,46 Prozent im Minus: Outperformance trägt seinen Namen also doch zurecht, Sieger waren Garantiezertis - Bonus hat aber noch alle Chancen, sich selbst die Performance-Krone zu holen.
(gill)









