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Mark Mobius: Länderbrief Slowenien   Facebook be



09.07.2010
 

=> About: Mark Mobius, , Franklin Templeton. Weitere Beiträge

Ich fragte einmal eine Gruppe, was der Unterschied zwischen Slowenien und der Slowakei sei. Viele waren verblüfft. Das erste Land, bekannt für seine unterirdischen Höhlen, und das andere, berühmt für seine beeindruckenden Bergketten, könnten trotz der ähnlich klingenden Namen nicht unterschiedlicher sein. Dies erinnert mich an meine österreichischen Freunde, die es frustriert, wenn ihr Land mit Australien verwechselt wird (da sich die englischen Länderbezeichnungen Austria und Australia sehr ähneln), und denen es dann sofort entfährt: "Es gibt in Österreich keine Kängurus!" Die Lage Sloweniens ist ziemlich vorteilhaft. Das Land grenzt an Österreich, Italien, Kroatien sowie Ungarn und im Südwestenan die Adria. Der Grossteil der Bevölkerung besteht aus Volksslowenen, doch gibt es ungarische, italienische, kroatische, serbische, bosnische, mazedonische, montenegrinische, albanische und sonstige Minderheiten. Die südslawische Sprache, Slowenisch, ist die offizielle Sprache, jedoch wird an der Grenze zu Österreich und Italien häufig Deutsch und Italienisch gesprochen. Viele Slowenen sind mehrsprachig. Einer Umfrage zufolge kann die Mehrheit der Slowenen neben Slowenisch auch andere Sprachen wie Italienisch, Kroatisch, Englisch und Deutsch.

Slowenien hat etwa 2 Millionen Einwohner und ist mit einem BIP pro Kopf von über 27.000 US-Dollar relativ wohlhabend. Wenn man durch das Land reist, weisen die guten Strassen, die hervorragende Infrastruktur und die herrlichen Häuser auf eine wohlhabende Nation hin. Das Land wird oft mit der Schweiz verglichen, nicht nur wegen des hohen Lebensstandards, sondern auch wegen der schönen Berge und Hochebenen, die sich über den grössten Teil des Nordens des Landes erstrecken. Über 60% der Slowenen im Alter von 10 bis 74 sind Internetnutzer, ein Anteil, der über dem europäischen Durchschnitt liegt. Slowenien verfügt über mehr als genug Sporthelden. Zum Beispiel ist Jure Robic der häufigste Gewinner des Radrennens "Race Across America". Martin Strel, bekannt als der "Mann der grossen Flüsse" schwamm den jeweils längsten Fluss auf allen Kontinente und Davorin "Davo" Karnicar war der erste Mann, der den Mount Everest sowie den jeweils höchsten Berg auf allen sieben Kontinenten auf Skiern hinunterfuhr. Slowenien war vormals eine Republik Jugoslawiens und wurde 1991 für unabhängig erklärt. 2004 trat das Land der NATO und der Europäischen Union (EU) bei.

Seit 2007 ist es Mitglied der Europäischen Währungsunion. Sloweniens Wirtschaft wurde, wie auch die der anderen europäischen Länder, von der jüngsten Subprime-Krise getroffen. Das BIP des Landes ging 2009 um 8% zurück, nachdem es 2008 um 4% und 2007 um fast 7% gestiegen war. Jedoch sieht die Lage dieses Jahr positiver aus und wir erwarten eine leichte Erholung mit einem Wachstum von 1%. Die Inflation befindet sich im Abwärtstrend. Sie fiel von ihrem Höchststand von 9% im Jahr 2009 auf wenig mehr als 1% in diesem Jahr. Der Handel entspricht ungefähr 120% des BIP (Exporte und Importe zusammengenommen). Etwa zwei Drittel des Handels findet mit EU-Mitgliedsstaaten statt. Während des letzten Jahrzehnts wurden im Banken-, Telekommunikations- und Versorgungssektor Privatisierungen durchgeführt. Die Börse von Slowenien ist relativ klein. Sie verfügt über 78 zugelassene Unternehmen, eine Marktkapitalisierung von 11 Mrd. US-Dollar und einem täglichen Umsatz von 2 Mio. US Dollar. In den letzten Jahren erlitt sie, wie auch die Börsen anderer osteuropäischer Länder, Verluste. Im Januar 2008 befand sich der MSCI Slovenia US$ Index über 1000 Punkten. Anfang 2009 stürzte er auf ein Niveau von 350 Punkten ab. Nachdem sich der Index im Oktober 2009 kurz auf etwa 550 Punkte erholte, ist er nun wieder auf unter 400 zurückgefallen. Slowenien integriert sich mehr und mehr in das übrige Europa. Eine der wichtigsten Anzeichen hierfür war die Akquisition der Slowenischen Börse durch die Wiener Börse im Jahr 2008. Slowenien verfügt über eine Reihe von ausgezeichneten Unternehmen, die über ihre Grenzen hinaus expandiert sind. Während unserer jüngsten Reise besuchten wir einen in Mittel- und Osteuropa führenden Homeshopping-Elektronikeinzelhändler. Die Firma nahm 1992 ihren Betrieb in Slowenien auf und expandierte auf dem Kontinent nach Kroatien, Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Montenegro, Polen, Ungarn, Bosnien, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Albanien, Rumänien sowie in die Tschechische Republik, Slowakei, Ukraine, Türkei und den Kosovo. Marketing und Werbung werden über 300 Fernsehkanäle durchgeführt. Dazu gehören fünf unternehmenseigene Homeshopping-Kanäle und über 100 Websites im Internet. Seit 2005 wuchsen die Einnahmen mit einer jährlichen Rate von 32%.

Ich war von dem technisch ausgereiften Datensystem des Unternehmens beeindruckt, das alle 20 Länder umspannt, jedes verkaufte Produkt verfolgt, einschliesslich Beschreibung, Preis, Marketingmaterialien und Videos, sowie Cross-Selling- Möglichkeiten bietet. Somit können die Niederlassungen in jedem Land Informationen austauschen und die Hauptgeschäftsstelle kann Medienkosten und Umsätze nach Ländern verfolgen. Das System enthält über acht Millionen Kundendatensätze. Bei einem anderen grossen Haushaltsgerätehersteller beobachteten wir, wie die Betonung auf Praktikabilität, ästhetischem Wert und Partnerschaften mit weltberühmten Designern diesen zum weltweit agierenden Unternehmen machten. Seine preisgekrönten Designs wurden mit Blick darauf entworfen, anspruchsvolle Innenarchitekten sowie Haus- und Eigentumswohnungsbesitzer anzusprechen. Dieses ungewöhnliche Unternehmen der Weltklasse wurde im Dorf Gorenje in einer Schmiedewerkstatt gegründet, die in den 50er Jahren Holz und Kohleöfen herstellte. In den 60er Jahren folgte dann die Herstellung von einfachen Kühlschränken und der ersten Waschmaschinen. Das Unternehmen hat für seine Kühlschrankpalette im Retro-Stil, die in zahlreichen besonders beliebten Farben angeboten wird, eine Reihe von Design-Auszeichnungen gewonnen.

Die neueste Gerätekollektion, eine Verbindung aus Minimalismus und Farbe, wurde vom New Yorker Designer Karim Rashid entworfen und weist einen innovativen LED-Streifen auf, mit dem der Nutzer einen von sieben Lichtfarbtönen zur Dekoration des Geräts auswählen kann. Das Unternehmen stellte vor kurzem bei der Russischen Modewoche eine neue Gerätelinie vor. Russland ist einer seiner grössten Märkte. Das Unternehmen exportiert in die ganze Welt und hat sogar den chinesischen Markt mit Verkäufen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Taiwan erschlossen. Sein erstes chinesisches Geschäft eröffnete das Unternehmen in der 7- Millionen-Metropole Wenzhou, die damit mehr als das Dreifache der slowenischen Gesamtbevölkerung an Einwohnern zählt. Ich war bereits viele Male in der Hauptstadt im Norden, doch hatte ich stets keine Zeit, um die Küste zu sehen. Daher fuhren wir in Richtung Adria. Wir schafften die Fahrt von Portoroz nach Triest in einer halben Stunde. In der Stadt Lipizza an der Grenze zwischen Slowenien und Italien befand sich ein Gestüt, auf dem Lipizzaner Pferde, die für ihre Eleganz und Disziplin bekannt sind, gezüchtet werden. Diese Pferde sind der grosse Stolz der Slowenen und von ihnen stammen die berühmten weissen Lipizzaner Hengste, die in der Spanischen Hofreitschule in Wien eingesetzt werden. Wir hatten keine Möglichkeit, auf dem Gestüt zu bleiben, doch wir freuen uns auf einen nochmaligen Besuch Sloweniens, um interessante Unternehmen zu entdecken und mehr von diesem faszinierenden Land zu sehen.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde für http://www.be24.at verfasst und von der foonds.com-Redaktion in den Nachrichtenfeed platziert


 
 

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