Die Wiener Philharmoniker sind nicht nur als Musiker ein Exporthit
2008 erzielte die Münze Österreich mit 1,208 Mrd. Euro den höchsten Gesamtumsatz seit ihrer Gründung, das Viereinhalbfache von 2007 (267,0 Mio.). Die Münzerlöse waren davon 707 Mio. Euro, wovon 42% in den Export ging. Der Absatz von Gold-Philharmonikern explodierte dabei 2008 regelrecht von 137.000 auf 795.000 Unzen (über 25 Tonnen), in Euro gerechnet von 69 auf 490 Mio. Beim Goldbarren-Geschäft, die es in zehn Größen von 1 Gramm bis 1 kg sowie 10 Unzen gibt, sieht es ähnlich aus: 2008 wurden 717.000 nach 139.000 Unzen Goldes verarbeitet, der Umsatz stieg von 71 auf 438 Mio. Euro. Der Absatz an Dukaten, Kronen und Gulden erreichte über 23.000 Unzen. Alles zusammen also fast 50 Tonnen oder 2% der jährlichen Weltförderung an Gold. Ein Verkaufshit ist auch der 2008 eingeführte Silber-Philharmoniker. Von ihm wurden auf Anhieb 7,8 Mio. Stück/Unzen) im Wert von 82 Mio. Euro verkauft.
2009 und heuer wurden weitere Rekorde erzielt
Der Gold-Philharmoniker konnte seine Position als europäischer Marktführer unter den Goldmünzen halten, berichtet die Münze Österreich. Die Anzahl der Gold-Philharmoniker erhöhte sich 2009 weiter von 1 Million auf 1,6 Mio. Stück. 2010 spitzte sich die Lage weiter zu. Während der Eurokrise im April wurde binnen zweier Wochen mehr Gold verkauft als im gesamten 1. Quartal 2010: Rund 7,6 Tonnen oder 245.000 Unzen.
Die Goldphilharmoniker werden auch in Japan gekauft und selbst in den USA und Canada gewinnt er trotz starker Konkurrenz an Bedeutung.
Auch die anderen Münzprägestätten boomen
Doch auch die anderen Münzpräger melden Rekordzuwächse: Die größte Goldschmelzerei der Welt, Rand Refinery, produziert derzeit 50% mehr Krügerrand-Rohlinge als sonst (die Prägung erfolgt durch South African Mint). Wöchentlich werden 30.000 Unzen (1 Tonne) dafür verarbeitet.
Laut US Mint erzielte der Verkauf der American Eagle-Silbermünze im Mai den zweithöchsten Wert der Unternehmensgeschichte. In einem Monat wurden 3.636.500 Stück der Silbermünze (1 Unze) abgesetzt, dies ist ein neuer Rekord seit 1986. Im Vergleich zum Mai des letzten Jahres hat sich der Verkauf der Silbermünze fast verdoppelt. Ähnlich beim Gold-Eagle: Im Mai 2010 wurden 190.000 American Eagle Goldmünzen (1 Unze) verkauft. Im Vergleich zum April ist dies ein Anstieg um 214% - der höchste Wert seit dem Januar 1999.
Welche Beliebtheit hat nun der Philharmoniker?
Dass der Philharmoniker in Österreich die Nummer 1 ist, verwundert wenig. Wie beliebt ist nun der Philharmonika bei den deutschen Nachbarn?
Martin Siegel, Goldexperte und Gold-Online-Händler (www.westgold.de) sieht das so:
„Wir müssen zwischen normalen Zeiten und der Situation in den letzten Wochen differenzieren. Üblicherweise dominiert bei den Goldmünzen der Krügerrand mit einem Marktanteil von 70 %. Der Maple Leaf (Canada) folgt mit etwa 12 %, dann der Philharmoniker mit 9 % und der Australian Nugget/Känguruh mit einem Anteil von 5 %. Die restlichen 4 % verteilen sich auf Panda, Buffalo, Eagle und Britannia.
Bei der starken Nachfrage der letzten Wochen waren keine Krügerrand mehr verfügbar. Beim Krügerrand wird vorwiegend Sekundärware gehandelt. Wegen der aktuell geringen Auflagenzahlen war wochenlang keine Neuware verfügbar. Da der Philharmoniker der Nachfrage am besten gewachsen war und Vorteile vom Lieferweg innerhalb von Europa hat, hat der Philharmoniker deutlich zugelegt (etwa 40 %, gefolgt vom Maple Leaf 35 % und Autralian Nugget 20 %). Sollte sich der Markt wieder normalisieren dürften sich die obigen Verhältnisse wieder einstellen, wobei der Philharmoniker tendenziell zulegt, den Nugget sicher verdrängt hat und zum Maple Leaf aufrückt.
Silbermünzen: Hier teilen sich Philharmoniker und Maple Leaf den Markt. Philharmoniker 39 %, Maple Leaf 37 %, US-Eagle 5 %, Australische 1 kg Münzen 19 %. Wie beim Gold hat auch hier der Philharmoniker wegen der Lieferbarkeit in den letzten Wochen klar zugelegt und den Maple Leaf sicher verdängt und dürfte einen Marktanteil von etwa 60 % erreicht haben.
Und was wird eigentlich lieber gekauft: Münzen oder Barren?
„Goldmünzen haben einen Anteil von etwa 55 %, Barren von 45 %“, meint Martin Siegel.
(cr)
Bilder:
Silber-Philharmoniker
Gold-Philharmoniker
© für beide Abbildungen: Münze Österreich


