Der Notverkauf von Sal. Oppenheim an die Deutsche Bank hat die gesamte Branche der Vermögensverwalter nach Ansicht des Bankhauses Metzler vor einem Vertrauensverlust bewahrt. Das Ende von Sal. Oppenheim als eigenständige Privatbank sei zwar "sehr, sehr bedauerlich", sagte Emmerich Müller, persönlich haftender Gesellschafter bei Metzler, am Mittwoch in Frankfurt.
Die Branche könne aber froh sein, dass die Deutsche Bank das Luxemburger Institut so schnell übernommen habe. Damit sei Schaden von anderen Privatbanken abgewendet worden. Als Profiteur der Oppenheim-Krise will sich Metzler jedoch nicht verstanden wissen: "Es ist nicht so, dass jetzt ein Riesenschwung an Privatkunden von Oppenheim zu uns käme", betonte Müller, der als Kronprinz von Bankchef Friedrich von Metzler gilt.
Metzler ist nach eigenen Angaben die älteste deutsche Privatbank im Familienbesitz. Im Bereich Private Banking, in das die Betreuung der Superreichen fällt, konnte die Anzahl der Kundenverbindungen im vergangenen Jahr "signifikant" gesteigert werden, wie Bankchef von Metzler unterstrich. Konkrete Zahlen dazu nennt das Institut traditionell nicht. Das für institutionelle Anleger wie Versicherungen verwaltete Vermögen stieg im vergangenen Jahr auf 37 (2008: 30) Mrd. Euro. In der Kapitalmarktberatung für Unternehmen bekam Metzler hingegen das schwache Marktumfeld zu spüren: Die Erlöse gingen angesichts sinkender Projektzahlen zurück.
Insgesamt verbuchte Metzler 2009 beim Vorsteuergewinn einen Rückgang auf knapp 9,5 (12,5) Mio. Euro. Die Kernkapitalquote - also die Kennziffer, die die Stärke einer Bank ausdrückt - lag zum Jahresende bei vergleichsweise soliden 14,9 (15,1) Prozent.
Als Vorsorge-Polster richtete Metzler dennoch erstmals einen "Fonds für allgemeine Bankrisiken" ein, der 10 Mio. Euro umfasst. Das Institut sieht sich damit gut gerüstet, sollte es zu strengeren Vorgaben für die Finanzbranche kommen. "Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt und haben es einfach mal gemacht", betonte Müller.
(APA)









