Mit einem "soliden Wachstum" bei den Prämien und insgesamt einem erfreulichen operativen Ergebnis trotz gestiegener Schadenszahlungen durch Unwetter und Hochwasser wartet die Grazer Wechselseitigen (Grawe) in ihrer Bilanz für 2009 im Versicherungsbereich auf. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Versicherungs-AG konnte - nach kräftigem Rückgang 2008 - auf 24,5 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden (im Konzern von 15,4 auf 68,9 Mio. Euro), wie Vorstandsvorsitzender Othmar Ederer und sein Stellvertreter Siegfried Grigg am Mittwoch in Graz darlegten.
Der Vertragsbestand in Österreich konnte um 1,4 Prozent - deutlich über dem Markt - auf 1,8 Mio. Euro gesteigert werden, im Konzern ging die Zahl der Verträge allerdings von rund 3,9 auf rund 3,75 Mio. zurück, wodurch sich eine Verschiebung zugunsten des Heimmarktes ergab, dessen Anteil nun bei 64 Prozent (2008: 62 Prozent) liegt. Bei den verrechneten Prämien wurde in der AG ein Mehr von 3,4 Prozent auf 454,1 Mio. Euro erzielt, während im Konzern mit 707,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (722,6 Mio. Euro) ein Minus von 1,4 Prozent verbucht wurde.
Die Versicherungsleistungen in der Schaden- und Unfallsparte wuchsen auf 237,1 (nach 226,1) Mio. Euro, in der Lebensversicherung stiegen die Aufwendungen von 98,6 auf 102,4 Mio. Euro. Die Leistungen im Konzern kletterten um 5,9 Prozent von 416,1 Mio. Euro auf 438,5 Mio. Euro.
Hervorgehoben wurde der Zuwachs bei den Lebensversicherungen um 13,2 Prozent der in der AG ein Viertel und im Konzern die Hälfte des Prämienvolumens ausmache. Eine sichere und solide Veranlagung garantiere auch 2010 eine Gewinnzuteilung von rund 4 3/8 Prozent, 0,5 bis 0,75 Prozent über dem Markt, so Ederer.
Mit neuen Steuern (Finanztransaktionssteuer) bzw. einer Einbeziehung von Versicherungen in die Bankensteuer können sich die Versicherungschefs nicht anfreunden. "Wir verwalten Fremdkapital. Wenn man Lebensversicherungen besteuert, reduziert das am Ende die Erträge aus der Lebensversicherung", warnte Grigg vor Folgen für die Assekuranzkunden. Zu nationalen Alleingängen in Finanzsteuerfragen meinte Ederer, je kleiner die Einheiten würden, desto mehr Wettbewerbsvererrungen wären damit verbunden..
Die Griechenland-Position der Grawe bezifferte der Vorstand heute mit gerade einmal 5 Mio. Euro, ausschließlich in griechischen Staatsanleihen. Die gegenwärtige Euro-Schwäche sieht Ederer "absolut nicht als dramatisch". Er erinnerte an die Relation von 1:1,17 bei der Einführung. Die Schuldenkrise rund um Griechenland sei als klarer Wink an alle zu verstehen, dass auf Dauer niemand über seine Verhältnisse leben könne.
Die Zahl der Auslandstöchter blieb 2009 unverändert, man investierte vielmehr in den Ausbau und die Stabilisierung der Position, erläuterten Ederer und Grigg. Investiert wurde und wird insbesondere in das Standbein Immobilien, wo man mittlerweile 500.000 m2 Nutzfläche besitzt und weitere 1,2 Mio. m2 verwaltet. "Damit sind wir einer der großen Player", so Grigg. Projekte werden gegenwärtig in Dubrovnik, Sofia, Bukarest und Skopje, aber auch in Graz am Messeareal realisiert.
In der AG-Bilanz hatte die Totalabschreibung der Beteiligung an der an den Bund abgegebenen Hypo Alpe Adria keine Auswirkung auf die Eigenmittel, auch nicht auf deren Töchter, heißt es in der Bilanz.
Zum Ausblick schreibt der Vorstand in der Bilanz, dass man abermals ein "herausforderndes" wirtschaftliches Umfeld erwarte.
(APA)









