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AK Test

Vorsicht, Kostenfalle Hedgefonds   Facebook be



10.05.2010
 

Ein AK Mystery Shopping Test von fünf Hedgefonds-Angeboten bei sieben Anbietern zeigt: Hedgefonds sind hochriskant, teuer und undurchsichtig. "Viele wichtige Informationen bleiben für den Konsumenten im Dunklen", kritisiert AK Konsumentenschützer Christian Prantner. "Für den eher unerfahrenen Klein- und Privatanleger sind Hedgefonds als Veranlagungsprodukt nicht geeignet."

Selbst engagierte Berater tun sich mit einer verständlichen Produktdarstellung oft schwer, weil die Produkte so komplex sind. "Konsumenten verstehen oft nicht wirklich, was sie da gekauft haben, geschweige denn, sie können das Risiko überblicken", sagt Prantner. "Fehlentscheidungen können gerade für Kleinanleger teuer und existenzbedrohend sein, wenn etwa das gesamte Ersparte in ein Produkt gesteckt wird."

Die AK hat eine Mystery Shopping Erhebung über den Ankauf von fünf Hedgefonds bei sieben Wiener Instituten durchgeführt (C-Quadrat, Erste Bank, Raiffeisen, Superfund und Volksbank). Das Ergebnis zeigt: Die Produkte sind sehr unterschiedlich, vor allem bei Vertragsmodalitäten und Spesen. Die Spesen sind vielfältig und teuer. So können die Ausgabe- oder Kaufspesen bis zu fünf Prozent betragen. Sonstige Spesen für die Verwaltung (zwischen zwei und sechs Prozent pro Jahr, die dem Fondsvermögen angelastet werden) sowie Performance- oder Erfolgsgebühren können bis zu 30 Prozent des Gewinns betragen.

Hinter den Hedgefonds verbergen sich unterschiedliche Produkte. Die Bandbreite der Produktinhalte reicht von Fonds nach luxemburgerischen Recht bis hin zu Dachfonds österreichischer Prägung. Wie die Hedgefonds das Geld veranlagen, ist allerdings nur schwer feststellbar. In den Verkaufsgesprächen blieben die konkreten Aktivitäten und Geschäfte der einzelnen Fonds zumeist unerwähnt. Auch der Blick in die Emissionsprospekte der untersuchten Hedgefonds bringt oft nicht die nötige Klarheit, was die genauen Transaktionen des Fonds anbelangt. "Die Veranlagungsrichtlinien sind oft wenig konkret ausformuliert, aber auch die Risiken sind teilweise nicht ausführlich genug beschrieben", kritisiert Prantner. "Dass ein Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich ist, ist etwa im Emissionsprospekt eines großen Hedgefonds nur dürftig erläutert."

Besprochenes weicht ab und dann von den Prospekten ab. Ein Beispiel: In einem Beratungsgespräch hieß es, dass "80 Prozent des Kundenvermögens in bar" vorhanden sei. Dieser genannte Wert konnte in den Anlagerichtlinien der Unterlagen nicht gefunden werden. Diskrepanzen bei den Infos zeigen sich auch bei unterschiedlichen Spesenangaben sowie zur empfohlenen Behaltedauer: Im Beratungsgespräch empfahl der Berater den Hedgefonds sechs Jahre zu halten. Im Emissionsprospekt standen mindestens drei Jahre und im Werbefolder waren fünf Jahre angegeben.

Anleger
brauchen mehr Schutz, verlangt die AK. Selbstverpflichtende Regeln sind zwar lobenswert, aber zu wenig. Die AK fordert strenge gesetzliche Vorgaben bei den Hedgefonds. So soll es regelmäßige Berichte über Eigentümerstruktur, Veranlagungsstil, Veranlagungsstruktur und risikobereinigte Performance geben. Außerdem soll es Einstiegsschwellen geben, so dass ein Einstieg erst ab 50.000 Euro möglich ist. Das soll zum Schutz für Kleinanleger sein, so die AK.

Das sollten Sie bei Ihrem Finanz-Beratungsgespräch beachten: + Unterschreiben Sie nichts, was sie nicht verstehen. Lassen Sie sich nicht von Fachbegriffen und vielversprechenden Strategien blenden. + Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen: Lassen Sie sich ausreichend Zeit und unterschreiben Sie nicht gleich beim ersten Termin.

+ Betrachten Sie Lockangebote kritisch und hinterfragen Sie sie. + Je höher die versprochene Rendite, desto höher das Risiko. + Fordern Sie Informationen zur Kostenbelastung vom Berater ein. + Schätzen Sie Ihre persönliche Situation realistisch ein. Legen Sie Ziele fest für Ertrag, Risiko, Laufzeit und Kostencheck. Die Auswahl des Produktes/der Produkte hängt immer von den persönlichen Vorstellungen darüber ab. Welches Produkt passt zu mir? Welches Risiko nehme ich in Kauf? Die Palette reicht von Sparbüchern, Lebensversicherungen über Wertpapiersparpläne bis hin zu fondsgebundenen Lebensversicherungen und Aktien.
+ Schließen Sie Ihren Vertrag erst ab, wenn Sie die Eckpfeiler des Produktes (Risiko, Laufzeit, Ertrag, Kosten) ausreichend erklärt bekommen und auch wirklich verstanden haben.
+ Bei einem Vertragsabschluss sollte nicht nur primär eine staatliche Förderung oder die Steuerersparnis ausschlaggebend sein.


 
 

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