BElogs foonds
 
 Last 24h: 15 

Twitter

 
Infofolder:
Christian Drastil
Klick öffnet die Präsentation

B2B Termine

Wien, 23:39, 24.7.2014

foonds.com
Styria Börse Express GmbH
1090 Wien, Bergg. 7/7
Tel: +431 - 2365313-0
redaktion AT foonds.com
komplettes Impressum

Weitere Online-Angebote der Styria Media Group AG:

boerse-express.com
be24.at
Die Presse
ichkoche.at
Kleine Zeitung
typischich.at
willhaben
WirtschaftsBlatt

Seltene Metalle

Rhodium – das teuerste und spekulativste Edelmetall – Teil 1   Facebook be



06.05.2010
 
Rhodium - selten und teuer

„Die Chancen stehen gut, dass der Rhodiumpreis weiter steigen wird. Rohstoffexperten gehen 2008 von fünfstelligen Notierungen aus. ‚Rhodium könnte das wichtigste Metall des 21. Jahrhunderts werden, weil es beim Einsatz von Katalysatoren unabdingbar ist’, sagte die Expertin der ABN Amro-Bank, Funda Tarhan, mit Blick auf den Nachholbedarf Chinas und Indiens.“ Das konnte man in der „Welt“ lesen, allerdings im Jahre 2008, als die Welt noch in Ordnung war. (http://www.welt.de/
). Zwar erreichte das Metall einen Preis von knapp über 10.000 USD je Unze, doch dann ging es gewaltige 90% bergab, Richtung 1000.

Rhodium ist das teuerste nicht-radioaktive Metall

Der englische Physiker und Chemiker William Hyde Wollaston, den wir schon als Entdecker des Palladiums kennengelernt haben, hätte sich 1803 wohl kaum gedacht, dass er mit dem Rhodium das teuerste Metall gefunden habe. Warum ist Rhodium so teuer? Rhodium ist extrem selten. Rhodium fällt bei der Gewinnung von Platin und Palladium und manchmal auch bei Kupfer und Nickel an. Es kann auch in reiner Form vorliegen. 70% des Rhodiumabbaus erfolgen in Südafrika (laut Heraeus 90%), der Rest vor allem in Russland (geringe Bestände gibt es auch in Kanada und Rhodesien (nunmehr: Simbabwe)). Aus dem Recycling werden jährlich 20% gewonnen.

Die Fördermenge eines Jahres passt unter den Küchentisch

Die jährlichen Abbaumengen betragen weltweit nur 25 Tonnen – bei Gold sind es zum Vergleich 2500 Tonnen! Das sind rund 2 Kubikmeter, eine handliche Menge, die unter einem größeren Küchentisch Platz findet. Dieser Quader würde dann allerdings zum aktuellen Preis von knapp 3000 USD/Unze einen Wert von über 2 Milliarden USD darstellen!

Rhodium – ein Verwandter von Platin und Kobalt

Rhodium (Rh, Ordnungszahl 45) ist ein hartes (6 auf der 10-teiligen Mohs-Skala), chemisch wenig reaktionsfreudiges Metall mit hohem Schmelzpunkt (1964 °C) und gehört zur Kobaltgruppe. Es wiegt 12,38 Gramm je cm3 und ist damit um ein Drittel leichter als Gold und etwas schwerer als Silber. Rhodium liegt meist in Pulverform (wegen seine Porosität auch Rhodium-Schwamm genannt) vor, wird aber auch zu Schmuckstücken verarbeitet. Es ist zäh, dehnbar und kann geschmiedet werden. Rhodiumstaub gilt als möglicherweise krebserregend.

Die Förderung sinkt, die Nachfrage explodiert

Rhodium ist ein derzeit nicht ersetzbares Metall. Es wird für die NOx-Spaltung in Autokatalysatoren benötigt, da es Stickstoffmonoxid in elementaren Stickstoff und Sauerstoff zerlegt. Platin und Palladium erzeugen dagegen aus Stickstoffmonoxid Distickstoffmonoxid und Ammoniak. Aufgrund dieser wichtigen katalytischen Fähigkeit werden fast 90% der Jahresproduktion von der Automobilindustrie absorbiert. Daneben wird es zur Salpetersäureherstellung nach dem Ostwald-Verfahren benötigt und nicht zuletzt in der Schmuckindustrie. Zudem findet Rhodium noch Verwendung in der Elektronikindustrie (Spezialkontakte) und in der Luftfahrtindustrie zur Materialhärtung bei Legierungen. Auch für die Herstellung von LCD-Bildschirmen und technischen Spezialspiegeln ist Rhodium unverzichtbar.

Von Königin Elisabeth bis Paul McCartney

In der Schmuckindustrie wird Rhodium weniger für Massivschmuck, sondern meist zur Oberflächenveredlung von Schmuck verwendet. Bereits in den 70er Jahren war etwa rhodinierter Silber- und Weißgoldschmuck in Verwendung. Rhodium reflektiert mehr Licht als Platin und Gold und erzeugt einen hellen metallischen Glanz.
Die Kronjuwelen von Queen Elizabeth II: sind übrigens Rhodium-plattiert und Obama soll seiner Frau einen exklusiven Rhodium „Harmony“ Ring versprochen haben. Und nicht zuletzt soll Paul McCartney als meistverkaufter Plattenstar mit einer Rhodiumschallplatte geehrt worden sein.

Rhodium ist preislich ein Extremfall

Rhodium ist nicht nur das teuerste Edelmetall, sondern auch eines mit gigantischen Preissprüngen. Bereits Anfang der 90er Jahre war der Rhodiumpreis bei 3000 USD/Unze (das sind 200 USD je Gramm), um dann bis 1997/98 auf 200 USD je Unze abzusacken. Nach einer Erholung auf über 2000 USD Anfang des Jahrtausends ging es dann bis 2003 wieder Richtung 500. Im Juni 2008 erreicht Rhodium sein Alltime-High bei 10010 US (knapp davor wurden etliche Zertifikate auf Rhodium begeben, wie könnte es anders sein? Doch dazu später). Im November 2008, also ein halbes Jahr später, befand sich das Metall auf 760 USD, also ein Dreizehntel des Höchsts. Fürwahr nichts für schwache Nerven. Inzwischen hat sich der Preis bis knapp unter 3000 USD erholt. (Rhodiumcharts: http://www.kitco.com/ )
Der Edelmetallhändler und -verarbeiter Heraeus nennt für diese Preisentwicklung folgende Ursachen: „Immer neue Abgasvorschriften haben in den letzten Jahren zu einer Steigerung der Nachfrage geführt. Hinzu kam dann noch die Expansion der asiatische LCD- und Plamaglas-Hersteller, in deren Produktionsanlagen neben Platin auch Rhodium gebunden ist. In diesem Umfeld stieg der Rhodiumpreis von $ 1.300 je Unze Anfang 2005 auf über $ 10.000 je Unze im März 2008. ...... konkreter Anlass für diesen dramatischen Kursgewinn waren die Probleme bei der Stromversorgung der Minen in Südafrika. Angesichts der im weiteren Verlauf des Jahres [2008] wider Erwarten fast reibungslos laufenden Ausbringung in Südafrika und wegen zunehmender Befürchtungen hinsichtlich des aktuellen Autoabsatzes, ist der Rhodiumpreis zu Beginn des zweiten Halbjahres [2008] wieder massiv gefallen.“ ( http://www.heraeus-edelmetallhandel.de/ ).


Abwrackprämie beflügelte Rhodium

Die schnelle Erholung im Jahr 2009 ist einerseits auf den besser als erwarteten Autoabsatz infolge von Abwrackprämien zurückzuführen, andererseits aber auch auf das zunehmende Interesse von Investoren. Der Rhodiummarkt ist extrem illiquide, das meiste wird an den Börsen vorbei direkt zwischen den industriellen Großabnehmern aus der Autoindustrie und der Fördergesellschaften abgewickelt. Die tiefen Rhodiumkurse wurden von den Autokat-Herstellern zur Auffüllung ihrer Lager genützt, berichteten Händler von The BullionDesk. Angesichts der noch nicht überwundenen Autokrise sehen Rhodium-Experten den aktuellen Preis für gefährdet.
(cr)

Teil 2 befasst sich mit Rhodium als Investment

Abbildungen: Rhodium geschmolzen und als Zylinder (c) http://www.pse-mendelejew.de/


 
 

>> Diesen Artikel kommentieren
 
Artikel ausdrucken Artikel kommentieren


Weitere interessante Artikel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

24.07.2014
Monika
Rosen

Neue Zeiten im Handel
 
 
loading..

Archivsuche:


Fonds-Matrix
DNB     Vontobel

 
Aktuelle Newsletter
Immo Express
 
Robert Gillinger, 24.07.2014
Liebe LeserInnen, das Wirtschaftsministerium plant noch heuer zwei Immobilienindizes. Eine EU-Verordnung aus 2013 soll damit umgesetzt werden, um eventuelle Immobilienpreisblasen frühzeitig erkennen zu können, berichtete das "WirtschaftsBlatt" ...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 24. Juli
 
Robert Gillinger, 24.07.2014
Sehr geehrte LeserInnen, zuletzt die ING DiBa - heute die S Bausparkasse - reihum beginnt die nächste Phase an Zinssenkungen. Sparen wird also immer unattraktiver, Kredite hingegen attraktiver. Dafür werden die Anforderungen an einen Kreditnehm...
weiterlesen


Venture Woche 30/2014: AIFM-Gesetz, Pontis Capital, Crowdinvesting-Regulierung, Affiris, b-to-v, etc.
 
Christine Petzwinkler, 24.07.2014
Liebe VC-/PE-Interessierte! In der heimischen VC-/PE-Branche bleibt kein Stein auf dem anderen. Mit Inkrafttreten des AIFM-Gesetzes sehen sich einige Fonds gezwungen, ihr Modell zu ändern oder sogar den Geschäftsbetrieb ganz aufzugeben. Andere ...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 23. Juli
 
Robert Gillinger, 23.07.2014
Sehr geehrte LeserInnen, ich weiß nicht, wie's Ihnen dabei geht - mich hat diese Meldung der Presse aber geschreckt - im ersten Moment. Diese zitiert eine Studie des Brüsseler Think-Tanks Bruegel, laut der die Hälfte der Jobs in Österreich durc...
weiterlesen


Zins Express
 
Robert Gillinger, 23.07.2014

Sehr geehrte LeserInnen,

es wird nicht das letzte Institut gewesen sein, das die Schere zwischen den Angeboten klassischer Filialbanken und denen im Internet reduziert. Dies, da die Klassiker nicht mehr tiefer können. Diesmal ist die...
weiterlesen


foonds.com - Die Geldanlage Themen vom 22. Juli

Robert Gillinger, 22.07.2014
Sehr geehrte LeserInnen, "Mit der Entscheidung, nachrangige Anleihen der Hypo Alpe Adria mit Haftung des Landes Kärnten nicht zu bedienen, hat die rot-schwarze Koalitionsregierung für unser Land den größtmöglichen Schaden beim kleinstmöglichen ...
weiterlesen


Anleihen Express
 
Robert Gillinger, 22.07.2014
Liebe LeserInnen, Schulden über 90 Prozent vernichten Wachstum - das ist das Ergebnis einer berühmt(berüchtigten) Studie von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff. Dann, so ist zu befürchten, leben wir in einem Europa, das sein Wachstum vernichte...
weiterlesen