Geht das goldene Zeitalter weiter, oder droht uns eine Durststrecke für Gold wie zwischen 1980 und 2000, als sich der Goldpreis mehr als halbierte, fragt Vontobel in einer aktuellen Studie. Seit dem Jahr 2000 konnte sich der Goldpreis in US-Dollar mehr als verdreifachen und in Euro bzw. Schweizer Franken mehr als verdoppeln. Aufgrund der stabilen Nachfrage und dem breit gestreuten Angebot kommt es bei Gold im Gegensatz zu anderen Rohstoffen zu weniger starken Preisschwankungen. Die Nachfrage ist dank der Schmuckindustrie relativ unabhängig von der Konjunktur. Auf der Angebotsseite liegen keine Kartelle wie z.B. in der Erdölindustrie vor, ein Umstand der weiter zur Preisstabilität beiträgt. Gold gilt sowohl als Inflationsschutz als auch als Absicherung gegen einen schwachen US-Dollar. Dies stellte der Rohstoff bei der ersten und zweiten Ölkrise unter Beweis. „Die Kehrseite dieser Eigenschaft ist, dass Gold in einem Umfeld rückläufiger Inflation eine schlechte Performance liefert“, so die Analysten von Vontobel. Ausserdem ist bei der Anlageentscheidung nicht ausser Acht zu lassen, dass ein steigender Goldpreis mit einem schwächeren US-Dollar korreliert.
So sehen die Analysten von Vontobel den Rohstoff in den nächsten zwölf Monaten: Die derzeitigen Deflationstendenzen sind fast ausschliesslich auf den starken Rückgang der Energiepreise im Jahresvergleich zurückzuführen. Die Kernteuerung (die Teuerung unter Ausschluss der Nahrungsmittel- und Energiepreise) hat sich bei 1.8% stabilisiert. Da die Marktteilnehmer sich bewusst sind, dass es sich bei der derzeitigen Deflation nur um ein temporäres Phänomen handelt, hat die dramatische Umkehr von einer Inflation von 5.6% im Juli 2008 zu einer Deflation von 0.7% im April 2009 nicht zu einem Rückgang des Goldpreises geführt. Deshalb kann jedoch die prognostizierte Normalisierung der Inflation von -0.5% 2009 auf +1.7% 2010 auch nicht als Argument für einen Goldpreisanstieg herhalten. Die erwartete leichte Abschwächung des US-Dollas in den nächsten zwölf Monaten wird dagegen den Goldpreis stützen. Insgesamt rechnen wir daher damit, dass sich der Goldpreis in den nächsten zwölf Monaten in einem Seitwärtsband zwischen 950 und 1000 US-Dollar bewegt. (kasp)






