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Nach den Schiffsfonds nun die Lebensversicherungsfonds   Facebook be



16.04.2010
 
Dominoeffekt der Finanzkrise

Die diversen Anlagemodelle der geschlossenen Fonds sind derzeit wirklich nicht auf Rosen gebettet. Die Finanzkrise fordert bald da, bald dort ihren Tribut. Nachdem im letzten Jahr etliche geschlossene Immobilienfonds und Schiffsfonds in die Schieflage gekommen sind, sind nun die geschlossenen Lebensversicherungsfonds verstärkt an der Reihe. Ein ab Beginn der Dekade beliebtes Fondsmodell gerät in die Krise, das Geschäft mit dem Tod läuft nicht wie geplant. Dabei ist das Fondsmodell einfach: Lebensversicherungsfonds kaufen Lebensversicherungen auf, von denen sich die Versicherten trennen müssen oder wollen, weil sie Geld brauchen. Dabei zahlen sie etwas mehr als die Versicherung bei Beendigung des Vertrages auszahlen würde, jedoch weniger als der innere Wert beim Ablauf der Versicherung ausmachen würde. Der Fonds zahlt weiter die monatlichen Raten und erhält dafür die Auszahlungen aus der Polizze. Bei den Fonds ist noch zwischen Kapital- und Risikolebensversicherungsfonds (letztere v.a. in den USA gebräuchlich) zu unterscheiden. Insgesamt sind drei Fondstypen in Deutschland vorherrschend: Solche mit amerikanischen Lebensversicherungen, welche mit britischen und welche mit deutschen. Soweit so gut. Doch was ist das Problem?

Verfehlte Versprechungen und Erwartungen

Das Problem ist, dass die Erwartungen und Versprechungen vielfach nicht eingetroffen sind, teils, weil die Menschen länger leben als damals versicherungsmathematisch prognostiziert wurde, mit der Konsequenz, dass zuwenige Polizzen fällig werden, die zu zahlenden Monatsraten aber weiterlaufen. Aber wohl schlimmer ist folgendes: Um die Rendite zu erhöhen, waren oder sind etliche dieser Fonds kräftig geleveragt, d.h. haben Kredite aufgenommen. Durch die Finanzkrise mussten aber die Versicherer die Leistungen senken, wodurch der Wert der Lebensversicherungen sank und damit deren Belehnungsgrenze, sodass ein Teil der Polizzen zur Kreditdeckung verkauft werden musste und muss. Besonders betroffen sollen die Polizzen britischer Versicherer sein, die sich massiv mit Aktien verspekuliert haben und deshalb die Leistungen (den Schlussbonus) kürzen müssen. Und steuerliche Probleme gibt es zu allem Überfluss in Deutschland auch noch.

Die Folge ist, es gibt oft keine Wertsteigerung, keine Ausschüttungen und manche Fonds mussten bereits geschlossen und abgewickelt werden, natürlich mit herben Verlusten für die Anleger. Besonders in den Schlagzeilen war die Deutsche Bank im Herbst 2009 mit ihrem US-Lebensversicherungsfonds, wo man sich gründlich verrechnet hat: (http://www.foonds.com/

5 Milliarden Marktvolumen

Derzeit ist das Thema wieder akut. Den Presse-Schlagzeilen der letzten Tage kann man entnehmen, dass in etwa 200.000 Deutsche in solche Modelle investiert haben sollen, und das Volumen sich auf 5 Mrd. Euro belaufen soll. Ansatzpunkte für enttäuschte Anleger sind vor allem auch hier Falschberatung beim Kauf und nicht offengelegte Provisionen (Kickbacks) an den Vermittler. Mit einer Prozesslawine ist zu rechnen. Verdient haben mit diesen Fonds bisher oft vor allem die Anbieter und Vermittler. Nun auch noch die Anwälte. Ob die Anleger auch noch ins Verdienen kommen, darf in vielen Fällen wohl bezweifelt werden. Es geht auch gar nicht darum, dass Investments floppen können. Worum es geht, ist, was den Anlegern verkauft wurde. Und das waren in etlichen Fällen „sichere Investments“. Daher ist es durchaus begrüßenswert, dass solche Vermittlungspraktiken vermehrt vor die Gerichte kommen.
(cr)

Bild: http://flickr.com/


 
 

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