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HSBC-Studie

80 Prozent haben ihre Pensionspläne geändert   Facebook be



12.06.2009
 

Der wirtschaftliche Abschwung wirkt sich weltweit auch massiv auf das private Vorsorgeverhalten der Menschen aus. Jeder sechste hat seine Beitragszahlungen zur Pensionsvorsorge entweder reduziert oder eingestellt, und beinahe jeder zehnte rechnet damit, dass sich der Zeitpunkt seines Pensionsantritts hinausschieben wird, so das Ergebnis einer internationalen Studie, die die Investmentbank HSBC weltweit in 15 Ländern durchgeführt hat.

Seit 2007 ist der Wert der weltweiten Pensionsvermögen um rund 5 Billionen Dollar (3,58 Billionen Euro) gefallen, so HSBC in ihrem "The Future of Retirement"-Report unter Berufung auf Zahlen der Asian Development Bank. 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Krise noch ein bis zwei Jahre anhalten wird, für ein weiteres Drittel dürfte sie noch länger dauern. Mehr als 80 Prozent haben ihre Pensionspläne schon geändert.

Da die Hälfte des Pensionsvermögens in den USA lokalisiert ist, sind die US-Haushalte am stärksten betroffen. Fast alle Familien (92 Prozent) haben sich bereits "Überlebensstrategien" zurechtgelegt, um mit der Rezession zurechtzukommen. Über ein Viertel der Haushalte haben ihre Konsumausgaben gekürzt, von Kreditkarten wird weniger Gebrauch gemacht und es wird versucht, Schulden zu reduzieren. Einige greifen auf ihre Ersparnisse zurück, stoppen ihr Vorsorgesparen und kündigen Versicherungsverträge.

Große Bedeutung für das Vorsorgethema kommt laut HSBC den Themen Wohlstand, verbessertes Gesundheitswesen, geänderte Arbeitsmarktbedingungen mit häufigeren Arbeitsplatzwechseln sowie auch dem sich schnell ändernden Familienleben zu, ersichtlich etwa in höheren Scheidungsraten und dem Anstieg der Beschäftigungsraten von Frauen. Verschärft werden diese Herausforderungen noch dadurch, dass sich die Zahl der Über-65-Jährigen bis 2050 von derzeit 550 Millionen auf über 1,4 Milliarden erhöhen werde, bei einer Weltbevölkerung von über 9 Milliarden.

Mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft werden sich die Menschen größeren finanziellen Risiken gegenübersehen. Die Komplexität dieser Risiken - Gesundheit, Arbeit, Familie und Einkommen - werde immer größer. Während sich die Staaten und Arbeitgeber immer mehr aus den Pensionszusagen zurückziehen, müssten die Individuen die Lösung dieser Herausforderungen selbst in die Hand nehmen.

Eine der Lösung zur Finanzierung der Pensionen wird sowohl von Regierungen als auch den Betroffenen darin gesehen, länger zu arbeiten. 23 Prozent der Befragten - vor allem in asiatischen Ländern - würden eine längere Lebensarbeitszeit unterstützen. In Europa und Nordamerika würden die Leute lieber mehr sparen, verbunden mit steuerlichen Anreizen. 31 Prozent würden eine staatlich geförderte private Vorsorge gut heißen. Über Steuern finanzierte Sozialversicherungsmodelle finden nur 13 Prozent attraktiv.

Eine der größten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Altersvorsorge sehen die Studienautoren im mangelnden Bewusstsein. Nur 27 Prozent der Befragten behaupten, ihre langfristigen Finanzen zu verstehen. Weitere 43 Prozent haben zwar bereits etwas unternommen, wissen aber nicht, wie hoch ihr Ruhestandsgehalt sein wird. Nur 13 Prozent fühlen sich sehr gut darauf vorbereitet. Die 30- bis 40 Jährigen sind am schlechtesten vorbereitet, vor allem Frauen.

Die Studienautoren sehen aber auch positive Auswirkungen der Krise: Die Dringlichkeit zu sparen und nicht nur Geld auszugeben, und die Notwendigkeit, sich in finanziellen Dingen besser auszukennen, ist stärker in den Vordergrund getreten.

(APA)


 
 

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