Nach einer seit neun Jahren anhaltenden Rally wird nach Überzeugung der Experten in den kommenden zwei bis drei Jahren das Risiko einer Abwärtsbewegung zunehmen. GFMS begründet seine Prognose mit der steigenden Arbeitslosigkeit und der angespannten Lage am Kreditmarkt, die auf die Preise von Vermögenswerten drücken.
Der Goldpreis hat in diesem Jahr bereits 9,3 Prozent zugelegt und steuert auf den neunten Jahresgewinn in Folge zu. Das Edelmetall war als Inflationsabsicherung und Alternative zu Devisenengagements gefragt, nachdem Zentralbanken in den USA, Japan und Europa die Zinsen gesenkt und die Liquidität über den Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen erhöht hatten.
“Ich glaube, dass der Preisrückgang bei Vermögenswerten und die schwache Konjunktur in den nächsten anderthalb Jahren anhalten werden”, prognostizierte Paul Walker, Vorstandsvorsitzender bei GFMS im Interview mit Bloomberg News. “Unter diesen Voraussetzungen erscheint ein Investment in Gold viel weniger interessant.”
Am Donnerstag sank am Kassamarkt der Goldpreis um 0,6 Prozent auf 948,45 Dollar je Unze. Am 17. März 2008 hatte der Preis für das Edelmetall ein Rekordhoch von 1.032,70 Dollar je Unze erreicht. 2010 dürfte der Goldpreis im Schnitt 100 Dollar niedriger liegen als heute, erwartet Walker. Dennoch habe das Edelmetall das Potenzial, die Marke von 1.000 Dollar je Unze zu durchbrechen und bis Ende 2009 bis auf 1.100 Dollar je Unze zu klettern. Zweifel über die Gesundheit des Bankensystems und eine Risikoaversion dürften dazu führen, dass Investoren auf Gold als sicheren Hafen setzen. Die untere Preisspanne für Gold schätzt Walker auf 870 bis 880 Dollar je Unze in diesem Jahr, da Indien und der Mittleren Osten sich bei diesem Preisniveau eindecken dürften.
Auch für Platin sieht die GFMS-Prognose eher Raum nach unten. Das weltweite Überangebot an Platin dürfte sich in diesem Jahr um 83 Prozent ausweiten, da steigende Preise die Schmucknachfrage aus China, dem grössten Platin-Verbraucher weltweit, eindämmen. “Wenn die Preise volatiler sind und nach oben gehen, dämpft das die Schmucknachfrage”, erläuterte Peter Ryan, leitender Berater bei GFMS. “Wenn die Schmucknachfrage stark zurückgeht, können wir 2009 ohne weiteres einen Überschuss von 15 Tonnen haben.
Im vergangenen Jahr hat sich das Überangebot bereits auf 8,2 Tonnen verdreifacht. Wegen der höheren Preise sank die Nachfrage nach Platin, das für Schmuck und Auto-Katalysatoren verwendet wird. Der Platinpreis erreichte am 4. März 2008 ein Rekordhoch von 2.301,50 Dollar je Unze und am 27. Oktober ein Fünf-Jahres-Tief von 744,25 Dollar. Am Donnerstag gab Platin 0,7 Prozent auf 1257,75 Dollar je Unze nach.
(Bloomberg)






