Gordon Brown ist nicht nur als Premierminister eine glücklose Figur. Auch für seine Tätigkeit als Schatzkanzler wird er wohl dank seiner Goldverkäufe zum absoluten Tiefpunkt in die Geschichtsbücher eingehen. Die Chancen dafür sind jedenfalls gut: In Wirtschaftskreisen wird das 20-Jahres-Goldtief um die Jahrtausendwende daher auch schon als „Brown Bottom“ bezeichnet. Waren diese Angelegenheiten vor allem unter Goldexperten bisher ein Thema, holt ihn der Fluch des Goldes nun mit voller Wucht ein. Ungelegener kann es nicht kommen, als dass nun auch noch diese Goldverkäufe zu einem Wahlkampfthema werden, denn Gordon Browns Labour Party ist bereits durch einen Korruptionsskandal schwer angeschlagen.
Die größten Goldverkäufer zum Tiefst: Schweiz, Österreich, England
Wie Boerse-Express bereits früher berichtete ( http://www.foonds.com/ ), gehört England zusammen mit der Schweiz und Österreich zu denjenigen Ländern, die mit ihren Goldverkäufen den größten Missgriff tätigten. Während Länder wie Frankreich, Italien und Deutschland eisern an ihren Goldreserven festhielten, hatten England, Österreich und die Schweiz nichts Besseres zu tun, als die Hälfte bis ein Drittel ihrer Goldreserven zu verkaufen. Bezogen auf das BIP ist der Schaden für die Schweiz am größten, für England am geringsten. Dass dennoch die Goldverkäufe ausgerechnet in England zu einem großen politischen Wahlkampfthema werden, entbehrt daher nicht einer gewissen Ironie. In absoluten Zahlen gerechnet ist der Schaden, den Gordon Brown den Briten zufügte, allerdings beträchtlich, laut Daily Telegraph (http://www.telegraph.co.uk/ ) immerhin rund 7 Mrd. Pfund, eine Summe, welche die maroden britischen Staatsfinanzen dringend gebrauchen könnten.
Wie kam es zu diesen Gold-Verkäufen?
Jetzt soll endlich genauer untersucht werden, wie es eigentlich zu diesen Verkäufen kam. Bisher galt das als Staatsgeheimnis, Anfragen wurden immer abgeschmettert. Was sich angeblich herauskristallisiert, ist, dass Brown die Verkaufsentscheidung auf keine kompetenten Berater gestützt haben soll, sondern vielmehr die Entscheidung im engsten „Arbeitskreis des Finanzministeriums“ fiel. Selbst in der Bank of England bestanden große Bedenken bezüglich der Verkäufe. Interessant ist auch die Frage, wieso Brown die Verkäufe vorher ankündigte, mit rund 400 Tonnen immerhin kein alltägliches Volumen. Gemäß Browns Rechtfertigung sollte durch die Goldverkäufe das Währungsportfolio diversifiziert werden.
Ein dilettantisch abgewickelter Goldverkauf – oder Absicht?
Ein ordentlicher Kaufmann oder auch professioneller Banker hätte jedoch diesen Vorgang über eine lange Zeitspanne ausgedehnt, um den Wert der Assets zu maximieren, anstatt durch ein enormes Verkaufsvolumen den Markt nach unten zu drücken, kritisiert Philip Hammond, Shadow Chief Secretary to the Treasury (Finanzsprecher des Schattenkabinetts). Sollte dadurch etwa absichtlich der Goldpreis gedrückt werden, wie der Enthüllungsjournalist Max Keiser (http://maxkeiser.com) vermutet? (Video: das Gordon-Brown-Tief: http://www.youtube.com/ ). Es besteht jedenfalls ein Verdacht, dass nicht-wirtschaftlich begründete Interessen zu dieser Aktion führten. Wer die Profiteure sind, darüber kann derzeit nur gerätselt werden.
Hat der Euro damit zu tun?
Verdächtig ist, dass zum damaligen Zeitpunkt die Geburtsstunde des Euros war und 40% der Erlöse aus dem Goldverkauf in Euro-denominierte Assets floss. „Es war eine der schlechtesten wirtschaftlichen Entscheidungen, die je von einem Schatzkanzler getroffen wurden“, kritisiert Schattenkanzler George Osborne Browns Aktivitäten im Jahr 1999.
„Als Schatzkanzler arbeitete Brown daran, seine Kenntnisse in finanziellen Fragen auszubauen. Der Wirtschaft und der Mittelklasse wollte er damit die Kompetenz von Labour in Wirtschaftsfragen und bei der Inflationsbekämpfung beweisen“ (wikipedia.de). Was mit dem Goldverkauf zum Tiefst wohl „hervorragend“ gelungen ist, denn seither hat sich der Preis vervierfacht.
Bild: Gordon Brown, Quelle: http://www.flickr.com/
(cr)






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