Was besagt die Korrelation?
Entwickeln sich die Kurse zweier Anlagen im Gleichklang, so sagt man, sie haben eine (mehr oder weniger starke) positive Korrelation. Entwickeln sie sich gegenläufig, spricht man von einer negativen Korrelation. Bestehen offensichtlich (d.h. aufgrund der historischen Erfahrung) keine Zusammenhänge bei der Kursentwicklung, so spricht man von nicht-korrelierten Kursen. Die Korrelation drückt man im Bereich –1 bis +1 aus, wobei –1 die maximale negative Korrelation – d.h. eine völlig gegenteilige Entwicklung, 0 keine Korrelation und +1 die maximale Korrelation – also völligen Parallelverlauf beschreibt. Korrelationen werden immer aus vergangenen Zeitreihen berechnet, daher gibt es natürlich keine Gewähr, sondern nur eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies auch in der Zukunft so bleibt.
Märkte oder Anlageklassen, die sich tendenziell in die gleiche Richtung bewegen, haben also eine mehr oder weniger starke positive Korrelation (also deutlich größer als 0 bis maximal 1), Märkte, die sich gegenläufig bewegen, entsprechend eine negative Korrelation.
Die Konsequenzen für den Anleger
Hat man nur stark korrelierte Anlagen in seinem Depot, so ist dessen Wertentwicklung sehr starken Schwankungen ausgesetzt, d.h. es besteht ein sehr hohes Rückschlagsrisiko bei fallenden Märkten, das fast zu einem Totalverlust werden kann (man braucht sich nur vorzustellen, im Depot etwa nur amerikanische Finanzinstitute wie AIG, Lehman, Citi, Freddie Mac etc. gehabt zu haben). Um dieses Risiko zu vermindern, trachten erfahrene Anleger danach, in ihr Depot möglichst unterschiedliche und möglichst wenig korrelierte Anlageklassen aufzunehmen. Dies wurde früher vor allem dadurch erreicht, dass man neben Aktien auch in Anleihen, Geldmarkt-Papieren, Gold und Immobilien veranlagte.
Managed Futures sind dagegen erst in der jüngeren Zeit in den Blickpunkt der privaten Anleger gerückt. Dabei sind sie eine ideale Ergänzung für jedes Depot, wovon professionelle Anleger wie Pensionsfonds oder die großen Universitätsvermögen von Harvard und Yale, schon lange profitieren. Denn es konnte nachgewiesen werden, dass Managed Futures eine nur sehr geringe Korrelation mit den üblichen Anlageklassen haben.
Die legendäre Lintner-Studie
Im Jahre 1983 konnte John V. Lintner, Professor an der renommierten Harvard Business School, die geringe Korrelation der Managed Futures zu Aktien, Anleihen und einem gemischten Aktien/Anleihen-Portfolio aufzeigen, indem er dazu die Performance von 15 CTAs (Commodity Trading Advisors) über den Zeitraum 1979 bis 1982 untersuchte. Zudem fand er heraus, dass die Ertrags/Risiko-Relation eines CTA-Portfolios besser ist als die eines gut diversifizierten Aktien/Anleihen-Portfolios. Neuere Studien haben die damals bahnbrechende Lintner-Studie inzwischen vielfach bestätigt, sodass es sich nunmehr um eine recht gut gesicherte Erkenntnis handelt.
Die geringe Korrelation hat ihren Grund darin, dass Managed Futures Fonds an zahlreichen unterschiedlichen Finanz- und Rohstoffmärkten, also angefangen von Aktienindizes über Währungen bis hin zu Metallen, Öl und agrarischen Rohstoffen, investieren können und zudem auch noch sowohl auf fallende als auch steigende Kursentwicklungen setzen können. Damit haben Managed Futures eine ganz besondere Stellung. Die meisten „normalen“ Investmentfonds können nämlich nicht auf fallende Kurse spekulieren und müssen zudem auch noch immer relativ stark investiert sein, d.h. können auch nicht durch einen zeitweisen Ausstieg aus den Märkten Rückschläge vermeiden.
Welche Korrelation haben nun Managed Futures?
Wie schon gesagt wurde, unterscheiden sich die Ergebnisse je nach dem der Messung zugrunde liegenden historischen Zeitabschnitt etwas. Eine groß angelegte Untersuchung des Institutes für Schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich.(Workingpaper No.33, 2002) über den Zeitraum 1990 – 2002 zeigt etwa, dass Managed Futures mit den globalen Aktienmärkten eine Korrelation von 0,36 und mit den Schweizer Aktien von 0,10 aufweisen.
Oft werden Hedge-Fonds und Managed Futures über denselben Kamm geschoren. Doch das ist eine falsche Annahme: Im Gegensatz zur geringen Korrelation der Managed Futures zeigt dieselbe Studie nämlich, dass Hedgefonds-Strategien wie Equity Hedge, Event Driven und Macro eine Korrelation zu den globalen Aktienmärkten von 0,70 bis 0,80 aufweisen. Dies spiegelt sich auch im Fund of Hedge Funds-Index wider, der gleichfalls mit 0,70 korreliert ist. Als Fazit kommt Prof. Christoph Auckenthaler in dieser Studie zum Schluss, „dass das Argument der tiefen Korrelation von Hedge Funds mit traditionellen Anlageklassen ..... zu hinterfragen ist“. Daher eignen sich nur Managed Futures Fonds besonders gut zur Depotbeimischung, aber nicht irgendwelche Hedgefonds!
Aufgrund der doch deutlich unterschiedlichen Eigenschaften gegenüber den meisten Hedgefonds werden MF inzwischen auch immer mehr als separate Anlageklasse eingestuft, die sich insbesondere durch ihre geringe Korrelation zu den übrigen Anlageklassen auszeichnet.
Je nach dem betrachteten Zeitraum und dem verwendeten Managed Futures Index pendelt die Korrelation mit dem MSCI World (Total Return)-Index um Null, manchmal ist sie leicht negativ, manchmal leicht positiv. Auch bezogen auf andere Aktienindizes ergibt sich dasselbe Bild, die Managed Futures zeigen kaum eine Korrelation.
Die günstigen Korrelationsdaten hielten auch in der Krise
Die Finanzkrise war eine Bewährungsprobe für Managed Futures. Während bei anderen Assetklassen die Korrelationen stark stiegen (oder anders gesagt: alles zusammen mehr oder minder im Kurs einbrach: Rohstoffe, Aktien, viele Hedgefonds), waren Managed Futures davon nicht beeindruckt. Diese hatten 2008 vielmehr ihr bestes Jahr seit langem und legten meist im zweistelligen, manche im höheren zweistelligen Bereich zu. Ein angemessenere Managed Futures Anteil im Depot entfaltete somit eine Art Airbag-Wirkung und verminderte die Verluste.
(cr)









