Kongress

Fonds Kongress 2010: Rückkehr zur Normalität   Facebook be



12.03.2010
 

Beim alljährlichen Fonds Kongress in Wien, dem Veranstaltungshöhepunkt der österreichischen Finanzdienstleistungsszene, präsentierten sich 120 nationale und internationale Aussteller. Fondsgesellschaften, Vertriebs- und Depotplattformen, Versicherungen, Banken, Beteiligungsanbieter und noch viele weitere Sparten präsentierten sich mit Messeständen und Vorträgen dem Fachpublikum.

Die Zahl der Aussteller ist im Vergleich zum Jahr 2009 um zehn auf 120 gesunken. Im Detail ist ein wenig mehr Bewegung zu erkennen. Ganze dreissig in der Vergangenheit anwesende Aussteller sind nicht mehr zu finden, dafür konnten im Gegenzug aber zwanzig Neue gewonnen werden. Der Anzahl der Besucher - ausschliesslich Fachpublikum wie beispielsweise gewerbliche Vermögensberater und konzessionierte Vermögensverwalter - blieb hingegen unverändert hoch bei gut zweitausend.

Traditionsgemäss eröffnet am ersten Messetag ein morgendlicher Star-Referent den Kongress. Nach der Absage von William Sharpe gewährte der nicht minder bekannte Jim Rogers tiefe Einblicke in die Welt der Rohstoff-Investments. Wie nicht anders zu erwarten lockte sein Referat so gut wie alle Besucher in den Vortragssaal und sorgte für eine fast leere Messehalle.

Im letzten Jahr war die allgemeine Stimmung von Pessimismus geprägt. Die Branche verharrte mitten in der Finanzkrise in einer Art Schockzustand. Heuer spürte man wieder deutlich, dass der Optimismus zurückgekehrt ist. Eine Portion Skepsis bleibt, die freien Finanzdienstleister trauen dem Frieden an den Märkten augenscheinlich nicht so ganz. „Die Qualität der Gespräche ist deutlich gestiegen.“, zeigt sich Alexander Hutter, Vertriebsdirektor der Partner Bank AG, erfreut. Ein gutes und notwendiges Zeichen, stand doch gerade die Aus- und Weiterbildung der Berater in den letzten Monaten immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik.

Während beinahe keine bekannte Fonds- und Versicherungsgesellschaft fehlte, blieb die Zahl der Emittenten überschaubar. Zwar waren viele auch für Zertifikate bekannte Anbieter vertreten, beschränken sich aber zumeist auf das Thema Asset Management. Neben der DZ Bank, Morgan Stanley und der ÖVAG präsentierte die Erste Group Bank ihre Emissionen. André Albrecht, Fixed Income & Certificate Sales der Erste Group Bank: „Nachdem wir die Vermögensberater als wichtige Klientel sehen, waren wir mit unseren Garantie-Produkten bei dieser Messe das erste Mal vertreten. Besonders die Besucherdichte und der professionelle Rahmen mit den vielen Fachvorträgen sprechen für diese Messe.“

Ein Highlight war selbstverständlich wieder der Gala-Abend nach dem ersten Messetag. Über sechshundert Finanzprofis fanden den Weg in der Wiener Hofburg. Nach dem Diner sowie der Verleihung der Fonds- und Service-Awards versammelten sich die bestens gelaunten Gäste an der Bar, wo der Abend bei Cocktails, Live-Musik und Zigarren ausklang. Nicht wenigen Ausstellern konnte man am darauf folgenden Messetag ansehen, dass sie wohl die Nacht zum Tag gemacht hatten.

Fazit: Ein krisenbedingter Ausleseprozess bei Anbietern und Beratern ist nicht zu leugnen, trotzdem geben die freien Finanzdienstleister ein deutliches Lebenszeichen von sich. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass notwendige Reformen die Qualität der Ausbildung und Beratung verbessern und sichern müssen. Denn ein Rückfall in alte Gepflogenheiten ohne Lehren aus der Krise wäre kontraproduktiv.

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