Die Sammelklagen des VKI gegen den Finanzdienstleister AWD haben eine wichtige Hürde genommen. Das Oberlandesgericht Wien (OLG Wien) hat entschieden, dass der Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom 16. November 2009, in dem eine erste Sammelklage für zulässig erklärt wurde, nicht angefochten werden kann.
"Die Sammelklage ist zulässig", freut sich VKI-Rechtsexperte Peter Kolba. "Nun wird sich das Handelsgericht Wien endlich mit unseren Vorwürfen gegen den AWD in der Sache beschäftigen müssen". Der VKI wirft der AWD vor, AWD-Kunden beim Kauf von Immofinanz- und Immoeast-Aktien systematisch falsch beraten zu haben. Kolba zeigt sich optimistisch, dass die Schadenersatzansprüche der Teilnehmer an den Sammelklagen nun bei Gericht durchgesetzt werden können.
Der VKI hat im Juni 2009 eine erste Sammelklage gegen AWD eingebracht. Inzwischen hat der VKI mit Unterstützung des deutschen Prozessfinanzierers Foris "mangels Gesprächsbereitschaft des AWD" weitere vier Sammelklagen und einige Musterprozesse bei Gericht anhängig gemacht. In Summe geht es um rund 2.500 Geschädigte und einen Streitwert von rund 40 Mio. Euro.
Der AWD hat bisher vor allem die Zulässigkeit der Sammelklage bestritten und mit allen Mitteln bekämpft. Das Handelsgericht Wien hatte am 16. November 2009 die erste Sammelklage für zulässig und sich als zuständig erklärt. Das Gericht ging auch davon aus, dass diese Entscheidung nicht anfechtbar sei. Der AWD hat dennoch Rekurs erhoben und ist damit nun beim Oberlandesgericht Wien abgeblitzt, so der VKI.
Der geltend gemachte Anspruch auf Schadenersatz fußt im Wesentlichen auf zwei Begründungen: So geht der VKi davon aus, dass die AWD-Kunden mit System falsch beraten wurden. Zudem wisse man jetzt, dass die Depotbank von Immofinanz und Immoeast - die Constantia Privatbank - die satten Spesen für die Aktienkäufe (bis zu fünf Prozent der Kaufsumme) "1:1" an den AWD zurückgeleitet habe.
VKI und Foris sind aber - bei Angeboten seitens des AWD Österreich oder des AWD Deutschland oder auch der wirtschaftlichen Eigentümerin Swiss Life - jederzeit auch gesprächsbereit für eine rasche außergerichtliche Lösung, so Kolba.
(APA)









