Versicherungsverbandspräsident Günter Geyer warnt die Regierung davor, dass die Einhebung einer Bankenabgabe bei der Assekuranz primär die Versicherungskunden treffen würde. "80 Prozent des Geldes, das die Lebensversicherungen verwalten, gehört den Kunden. Wenn hier eine Steuer ansetzt, muss sich die Regierung bewusst sein, dass sie dann den Versicherungsnehmer besteuert. Ich glaube daher, dass diese Idee bei näherer Betrachtung nicht hält", sagte der Vienna-Insurance-Generaldirektor zur APA.
Die Versicherungen hätten anders als die Banken keine wie immer geartete staatliche Unterstützung in Anspruch genommen, daher sei ihm nicht bewusst, dass auch die Assekuranz von einer Bankenabgabe mit angesprochen werden sollte: "An uns ist niemand herangetreten. Es gibt keine uns bekannten offiziellen Wünsche." Im übrigen würde eine zusätzliche Besteuerung der Branche die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Versicherer im Vergleich zu den ausländischen Konkurrenten beeinträchtigen, so VIG-Chef Geyer. Die Branche zahlt derzeit bereits knapp 2,5 Mrd. Euro an Versicherungssteuern im Jahr.
Am Dienstag hatte Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) Gespräche über eine Ausweitung der geplanten Bankensteuer auch auf Versicherungen und Investmentfondsgesellschaften (KAG) bestätigt. Die Abgabe solle möglichst "breit aufgestellt" werden, sagte Lopatka vor dem Ministerrat. Das angestrebte Einnahmenvolumen von 500 Mio. Euro solle sich dadurch aber nicht ändern. Das würde bedeuten, dass im Gegenzug die Banken geringer belastet wären. (APA)









