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Aufsplitterung?

ÖVAG-Schicksal - Volksbanken wollen mit einer Sperrminorität bleiben   Facebook be



09.03.2010
 
Sagt Aufsichtsratsvize in "OÖN" - In DZ-Kreisen und in der Finanzbranche wird Aufsplitterung der ÖVAG erwartet

Die Volksbanken wollen eine Sperrminorität an ihrem Spitzeninstitut ÖVAG behalten, sagt nun der Vizepräsident des Aufsichtsrates der ÖVAG.

Bis 30. Juni wollen die Primärgenossenschaften, die derzeit 58 Prozent an der Volksbank AG (ÖVAG) halten, einen Partner für ihr Spitzeninstitut gefunden haben, berichtet der Aufsichtsrat in den "Oberösterreichischen Nachrichten". Damit soll die ÖVAG ihren hohen Finanzbedarf abdecken können.

Woran sich der Partner letztlich (nach Abgabe von weiteren Unternehmensteilen) beteiligt, ist noch Gegenstand von Klärungen. Ein Verkauf der ÖVAG - mit der Suche wurde das Investmenthaus Lazard nach APA-Informationen am 27. Jänner offiziell beauftragt - soll ja nur "eine" Option sein.

Franz Frischling
, Chef der Volksbank Mondsee-Vöcklamarkt und stellvertretender Aufsichtsratschef der ÖVAG, deponierte im OÖN-Interview am Dienstag: "Wir werden uns jedenfalls die Sperrminorität behalten".

Dass die ÖVAG einen Kapitalbedarf von 950 Mio. Euro habe, stimme so sicher nicht, meinte der Bank-Vizepräsident in dem Blatt. "Es wird deutlich weniger sein". Allerdings können die Volksbanken diesen Bedarf nicht decken. Sie müssen vielmehr ihre ÖVAG-Anteile wertberichtigen. "Das ist nicht lustig. Aber ich brauche zum Beispiel in der Bilanz nichts aufzulösen. In Wahrheit haben wir vor sieben oder acht Jahren aufgewertet, das ist jetzt wieder weg. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir den Turnaround geschafft haben und es wieder aufwärts geht."

Klar dürfte sein, dass die Investkredit wieder abgestoßen wird. Auch die Bereiche Immobilien und Europaleasing stünden zur Disposition, sagt Frischling.

Ein Verkauf der ÖVAG in ihrer jetzigen Form gilt auch bei anderen Eigentümern als fraglich. Nach Angaben des deutschen DZ-Bank-Chefs Wolfgang Kirsch (seine Bank hält derzeit noch eine Sperrminorität) sind Interessenten an der ÖVAG derzeit "allenfalls an Teilbereichen interessiert". Vor allem an der ÖVAG-Tochter Volksbank International (VBI), an der die deutsche DZ Bank separat mit 16,7 Prozent beteiligt ist, gibt es laut Kirsch großes Interesse, wie er erst vorige Woche bei seiner eigenen Bilanzpressekonferenz erklärt hat.

Käufer dürften sich auch für die Investkredit finden lassen, hatte Kirsch letzte Woche gemeint. "Die österreichischen Volksbanken werden schlau genug sein, sich nicht zu stark zu filetieren", so der DZ-Chef. Zugleich machte er deutlich, dass es von der DZ Bank kein frisches Kapital nach Wien geben wird. Das wurde in der Branche alles als Indiz für eine Zerschlagung gewertet.

Der gesamte ÖVAG-Konzern hat im abgelaufenen Jahr 2009 knapp eine Milliarde Euro Verlust gemacht. (APA)


 
 

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