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ETF-Basiswissen

ETF–Replikation – Nicht alle ETFs sind ganz ohne Emittentenrisiko (II)   Facebook be



06.03.2010
 
Synthetische Indexreplikation

Ein Restrisiko bleibt

Im ersten Teil haben wir uns mit der Voll- und Sampling-Replikation bei ETFs zur Indexnachbildung beschäftigt, wo es kein Emittentenrisiko gibt, da die Aktien zur Gänze oder weitgehend der Indexzusammensetzung entsprechend im ETF physisch vorhanden sind. Als dritte und sehr gebräuchliche Methode gibt es noch die synthetische Replikation.
Dabei wird der Index mittels eine Swaps, also eines Tauschgeschäftes mit künftigen Zahlungsströmen nachgebildet.
Das funktioniert so: Der ETF-Manager bildet einen Korb, der diverse Aktien (oder auch z.T. Anleihen) enthält. Dieser kosten- und steueroptimierte Wertpapierkorb entspricht nun nicht den im Index enthaltenen Aktien. Ein Wertpapierkorb für einen DAX-ETF kann z.B. auch französische, amerikanische und Schweizer Aktien enthalten. Dieser Wertpapierkorb kann sich nun besser oder schlechter als der gewünschte Index entwickeln. Hier kommt dann der Index-Swap ins Spiel. Der Swap gleicht nun die Differenz zwischen der Entwicklung des Korbes und des Index aus. Steigt der Korb stärker als der Index, zahlt der ETF die Differenz an den Swap-Kontrahenten, performt der Korb schlechter, muss der Swap- Kontrahent die Differenz tragen und in den ETF einschießen. Damit ist gewährleistet, dass der ETF den Index korrekt abbildet.
Damit nun nicht der ganze ETF (im Extremfall) nur aus einem Swap besteht - mit dem entsprechenden Emittentenrisiko, müssen - per Gesetz vorgeschrieben - mindestens 90% des ETF-Vermögens in dem Wertpapierkorb veranlagt sein.
Die Gegenpartei des ETFs, die den Swap bereitstellt, ist in der Regel, aber nicht zwangsläufig, die zugehörige Investmentbank der Fondsgesellschaft. Die Differenz wird je nach Vertragsbedingungen täglich oder wöchentlich, auf jeden Fall aber, sobald die Unterdeckung 10% erreicht, ausgeglichen.
Das maximale Kontrahentenrisiko bewegt sich also bei 10% des Net Asset Values, zumeist - gemäß Erfahrungswerten - bei 2-3%. In unerwarteten Extremsituationen kann natürlich nicht absolut ausgeschlossen werden, dass die 10% schlagend werden. Der Vorteil für den ETF-Käufer ist dagegen der sehr geringe Trackingerror und niedrige Verwaltungskosten des ETFs.
(cr)


 
 

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