Die Europäische Zentralbank wird der Finanzbranche länger als erwartet mit Geldspritzen über die Krise hinweghelfen. Bis ins vierte Quartal hinein werde die EZB den Banken bei den Wochentendern so viel Geld zur Refinanzierung zur Verfügung stellen wie nötig, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet (im Bild) am Donnerstag in Frankfurt.
Mindestens bis zum 12. Oktober werde die Zentralbank im Zuge ihrer Liquiditätsversorgung der Banken bei den Tendergeschäften an der sogenannten Vollzuteilung festhalten. Damit können sich die Institute darauf verlassen, bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften so viel Geld bekommen wie sie benötigen. Von April an will die Bank bei den Drei-Monats-Tendern aber zu Normalität zurückkehren. Der Sechs-Monats-Tender solle zu einem variablen Zinssatz vergeben werden, der an den Leitzins gekoppelt ist.
Hier eine Übersicht über die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigten Ausstiegsschritte:
31. März 2010 - Ende der sogenannten Sechs-Monats-Tender beim Refinanzierungsgeschäft für die Banken bei garantiert voller Berücksichtigung der Nachfrage. Der Zinssatz wird an die künftige Entwicklung des Leitzins gekoppelt.
- Ende März wird auch das für drei Monate laufende Refinanzierungsgeschäft letztmals voll zugeteilt.
- Ab Ende April will die EZB beim Dreimonatstender zu dem vor der Krise üblichen Auktionsverfahren zurückkehren.
30. Juni 2010 - Ende des Ankaufprogramms der EZB für Pfandbriefe (covered bonds) über 60 Mrd. Euro.
1. Juli 2010 - Rückzahlungstermin für den ersten Jahrestender aus dem Jahr 2009, bei dem sich die Banken der Euro-Zone insgesamt 442 Mrd. Euro bei der EZB gesichert hatten.
- Zugleich nimmt die EZB eine Feinsteuerungsoperation über sechs Tage vor, um Verwerfungen rund um die Rückzahlung des ersten Jahrestenders zu verhindern.
30. September 2010 - Rückzahlungstermin für den zweiten Jahrestender über 75 Mrd. Euro.
23. Dezember 2010 - Rückzahlungstermin für den dritten und letzten Jahrestender über 97 Mrd. Euro - der Zins hängt am bis dahin gültigen Leitzinsniveau.
1. Jänner 2011 - Die EZB kehrt zum alten Sicherheitenrahmen zurück, wie er bis zur Krise galt. Demnach werden nur noch Wertpapiere mit einem Rating von "A-" oder besser als Sicherheit für Zentralbankgeld akzeptiert.
1. März 2011 - Zukünftig müssen alle forderungsbesicherten Anleihen (ABS), die bei der EZB als Sicherheiten hinterlegt werden sollen, über ein zweites Rating verfügen.
(APA/Reuters)









